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Justiz

Argentinien sühnt Diktatur-Verbrechen

Sie mussten sich wegen Folter, Freiheitsberaubung und Mordes verantworten: Im größten Prozess der argentinischen Geschichte sind 48 frühere Militärs zu hohen Gefängnisstrafen verurteilt worden.

29 ehemalige Militärs erhielten lebenslange Haftstrafen, weitere 19 Angeklagte müssen zwischen acht und 25 Jahre absitzen, wie ein Gericht in der Hauptstadt Buenos Aires verkündete. Sie wurden für die Verschleppung, Folterung und in den meisten Fällen auch Ermordung von 789 Menschen während der argentinischen Militärdiktatur (1976-1983) schuldig befunden. Sechs Angeklagte wurden freigesprochen.

KZ in der Marineschule

Zehn der Schuldigen hatten schon in früheren Prozessen wegen anderer Menschenrechtsverletzungen Gefängnisstrafen bekommen, unter ihnen der ehemalige Marineoffizier Alfredo Astiz. Er wurde jetzt für die Entführung im Jahr 1977 der damals 17-jährigen Schwedin Dagmar Hagelin zu lebenslanger Haft verurteilt.

Argentinien Geraubte Kinder (Regina Mennig)

Heute eine Gedenkstätte: Die ESMA (Escuela Superior de Mecánica de la Armada)

Der insgesamt fünfjährige Prozess befasste sich vor allem mit den Verbrechen in der berüchtigten Mechanikschule der Marine (ESMA). Sie diente in der Zeit der Militärdiktatur als Geheimgefängnis und Folterlager. Schätzungsweise 4000 Menschen wurden dort getötet oder von Flugzeugen aus in den Río de la Plata oder ins offene Meer geworfen.

wa/se (dpa, rtr, ap)

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