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Sport

Argentinien eiskalt, Deutschland unglücklich

Deutschland unterliegt Argentinien im Freundschaftsspiel überraschend deutlich und zeigt doch ein gutes Spiel. Individuelle Fehler, eine Rote Karte und ein wenig Pech besiegeln die Heimniederlage.

Die hochauflösenden Kameras zeigten es nur allzu deutlich: Den deutschen Nationalspielern rann der Schweiß in dicken Tropfen über die Gesichter. Das lag sicher auch an der gewittrigen Schwüle in Frankfurt, aber vor allem am großen Einsatz der Spieler mit dem Adler auf der Brust. Sie rannten, sie kombinierten sehenswert - und sie kassierten eine deftige Heimpleite. 1:3 (0:1) stand nach gut 90 Minuten auf der Anzeigetafel im Frankfurter Stadion. Ein Ergebnis, das nichts sagt über das engagierte Spiel der deutschen Elf. Ein Ergebnis, das viel sagt über individuelle Schwächen einiger DFB-Spieler. "Mit zehn Mann ist es schwer, gegen die Argentinier etwas zu bewirken. Aber 1:3 muss man auf keinen Fall verlieren", sagte ein sichtlich enttäuschter Marc-André ter Stegen nach einer sehr bewegten Partie.

Hohe Luftfeuchtigkeit, hohes Tempo

Bereits in der Anfangsphase zeigte die deutsche Nationalelf ihren Willen, den viel zitierten "Neustart" nach der EM-Halbfinalpleite gegen Italien auch auf dem Platz zu zeigen. Mit ihrem stilprägenden Kurzpassspiel versuchte die Elf von Bundestrainer Löw, Argentinien von Beginn an zu fordern. In der 12. Minute hätte dieses Bemühen fast Früchte getragen: Nach einer schönen Einzelleistung von Miroslav Klose scheiterte Mesut Özil am argentinischen Schlussmann Sergio Romero. Auf der anderen Seite krachten kurz darauf Mats Hummels und Holger Badstuber mit Gonzalo Higuain aufeinander. Ergebnis: Eine blutende Platzwunde am Kopf von Higuain und eine leichte Halswirbelverletzung bei Hummels, für den Benedikt Höwedes ins Spiel kam.

Marc-André ter Stegen hält einen Elfmeter (Foto: PATRIK STOLLARZ/AFP/GettyImages)

Gehalten: Marc-André ter Stegen pariert den Elfmeter von Lionel Messi. Doch der machte es später besser

Bei sehr hoher Luftfeuchtigkeit gingen die deutschen Spieler weite Wege und zudem ein hohes Tempo. Und das führte in der eigenen Defensive zu wiederholten Abspielfehlern. In der 26. Minute verpasste Marcos Rojo aus fünf Metern gegen Ron-Robert Zieler nur knapp die Führung und nur drei Minuten später wurde es noch dramatischer: Zieler holte den enteilten José Ernesto Sosa ebenso ungeschickt wie elfmeterreif von den Beinen und sah nach der umstrittenen Regel der "Doppelbestrafung" als letzter Mann folglich auch noch die Rote Karte - als erster Torwart in der 104-jährigen DFB-Geschichte.

Messi zu lässig gegen ter Stegen

Marc-André ter Stegen, der für Thomas Müller kam, musste also ohne Aufwärmprogramm gegen den Weltfußballer Lionel Messi ran. Der begnadete Techniker wollte ter Stegen lässig verladen - und scheiterte (32. Minute). Zwar wurde Argentinien in Überzahl nun spielbestimmender, doch die DFB-Elf kam danach durch Klose fast zur Führung, die wenig später Sami Khedira erzielte - für Argentinien: Khedira säbelte eine harmlose Ecke von Angel Di Maria ungeschickt ins eigene Tor (45.+1). Ein Tor, symptomatisch für ein ebenso kurioses wie unglückliches Spiel aus deutscher Sicht.

Sami Khedira (L) ärgert sich über sein Eigentor (Foto: DANIEL ROLAND/AFP/GettyImages)

Ein kurioses Eigentor: Sami Khedira säbelt den Ball ungewollt ins eigene Gehäuse – eine symptomatische Szene

Wenige Minuten nach Wiederanpfiff fehlten nur Zentimeter zum Ausgleich: Marco Reus, der erneut begeisterte, zog nach einem Solo aus 23 Metern ab, doch der Ball knallte an den Pfosten. Was Reus misslang, glückte Messi postwendend: Nach einem Higuain-Pass von der Grundlinie zielte Messi diesmal genauer als beim Elfmeter und ließ ter Stegen keine Chance (52.).

Die Viererkette bleibt eine Großbaustelle

Deutschland wehrte sich weiter gegen die Heimniederlage, doch die Schwierigkeiten in der umgestellten Defensive waren nur allzu offensichtlich. Messi vergab per Heber leichtfertig ein mögliches 3:0 für Argentinien, das im Anschluss Di Maria per Fernschuss besorgte (73.). DFB-Keeper ter Stegen sah dem Ball nur ungläubig hinterher. Höwedes Kopfballtreffer nach schöner Vorlage von Mario Götze war nur noch umjubelte Ergebniskosmetik. Bis zum Auftakt in die WM-Qualifikation gegen die Färöer am 7. September bleibt vor allem auf der Großbaustelle Viererkette viel zu tun für Joachim Löw, der weiter nach einer souveränen Besetzung suchen muss. Das Spiel gegen Argentinien war eines, das diese Erkenntnis noch vertiefte. Zugleich war es ein Spiel, dass auch die Debatte um eine mögliche Abschaffung der "Doppelbestrafung" aus Elfmeter und Roter Karte weiter anfachen wird.

Weitere Testspiel-Ergebnisse:

England - Italien 2:1

Frankreich - Uruguay 0:0

Schweden - Brasilien 0:3

Belgien - Niederlande 4:2

Japan - Venezuela 1:1

Südkorea - Sambia 2:1

China - Ghana 1:1

Aserbaidschan - Bahrain 3:0

Russland - Elfenbeinküste 1:1

Armenien - Weißrussland 1:2

Ukraine - Tschechien 0:0

Norwegen - Griechenland 2:3

Luxemburg - Georgien 1:2

Bulgarien - Zypern 1:0

Dänemark - Slowakei 1:3

Montenegro - Lettland 2:0

Kroatien - Schweiz 2:4

Ungarn - Israel 1:1

Mazedonien - Litauen 1:0

Albanien - Moldau 0:0

Österreich - Türkei 2:0

Estland - Polen 1:0

Nordirland - Finnland 3:3

Wales - Bosnien 0:2

Slowenien - Rumänien 4:3

Serbien - Irland 0:0

Schottland - Australien 3:1

Liechtenstein - Andorra 1:0

San Marino - Malta 2:3

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