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Meinungsforschung

ARD-Deutschlandtrend: Weiter mit Angela Merkel

Die CDU von Bundeskanzlerin Merkel ist bei den Deutschen so beliebt wie lange nicht mehr. Und die SPD mit ihrem neuen Chef Martin Schulz verliert dramatisch an Zustimmung. Der ARD-Deutschlandtrend im Juni.

Weltkrisen, wohin man sieht: Der Nahe Osten in Aufruhr, die Türkei unter Präsident Erdogan auf dem Weg in eine Autokratie und in den USA stellt Präsident Donald Trump die gemeinsamen Werte des Westens täglich in Frage. Da sind die Deutschen offenbar froh, dass sie Angela Merkel haben: Im aktuellen ARD-Deutschlandtrend, den das Meinungsforschungsinstitut infratest-dimap erstellt hat, erreicht die Bundeskanzlerin von der CDU ihren besten Wert seit Beginn der Flüchtlingskrise im Herbst 2015. Als 2015 fast 900.000 Asylsuchende - sehr viele aus Syrien und Afghanistan - nach Deutschland kamen, und Merkel das begrüßte, hatte ihr Ansehen stark gelitten.

Jetzt sind 64 Prozent der Bürger wieder zufrieden mit der Arbeit der Regierungschefin. Damit ist Merkel die beliebteste Politikerin des Landes. Die Meinungsforscher befragten zu Beginn der Woche rund 1500 repräsentativ ausgewählte Bürger über ihre aktuellen Ansichten. 

Das Erfolgsrezept der CDU: Angela Merkel

Die Kanzlerin selbst ist also der Hauptgrund, warum ihre konservative Partei immer klarer vorne liegt, wenn die Bürger in Deutschland gefragt werden, wen sie denn wählen würden, wäre schon jetzt und nicht erst im September Wahltag.

38 Prozent würden sich für die CDU oder in Bayern für die Schwesterpartei CSU entscheiden. Und nur noch 24 Prozent für die SPD mit ihrem Spitzenkandidaten und Parteichef Martin Schulz. Stark sind wieder die Liberalen von der Freien Demokratischen Partei (FDP), die vor dreieinhalb Jahren aus dem Bundestag ausscheiden mussten. Jetzt liegen sie wieder bei zehn Prozent.

Rechtspopulisten nicht so stark wie in anderen europäischen Ländern

Die beiden jetzigen Oppositionsparteien, die Linken und die Grünen, liegen bei acht und sieben Prozent und müssen um das Vertrauen der Wähler immer mehr kämpfen. In Zeiten großer internationaler Unsicherheiten vertrauen die Menschen lieber der gewählten Regierung, da haben es Oppositionsparteien schwer.

Die rechtspopulistische "Alternative für Deutschland" (AfD), die für eine radikale Wende in der Ausländerpolitik eintritt, kommt auf neun Prozent. Ein Einzug in den Bundestag wäre ihr damit sicher, aber sie kommt nicht annähernd auf so starke Werte wie andere rechtspopulistische Parteien in Europa wie etwa der Front National in Frankreich.

Einmal hoch, dann wieder runter: Die Achterbahnfahrt der SPD

Dramatisch ist das Ergebnis der Umfrage für die SPD und Martin Schulz: Im Januar war Schulz, der frühere Präsident des Europaparlaments, überraschend zum Kanzlerkandidaten ernannt worden, im März wurde er auf einem Parteitag mit sagenhaften 100 Prozent der Stimmen zum Parteichef gewählt. Schulz war ein neues, frisches Gesicht, über zehntausend Menschen traten auch seinetwegen in die SPD ein.

In diesen Wochen holten die Sozialdemokraten die CDU Merkels in den Umfragen fast ein, teilweise überholte die SPD sogar, wie die Grafik zeigt. Aber dann tauchte Schulz überraschend ab, war kaum noch im Fernsehen zu sehen. Merkel  stand wieder im Fokus der Weltbühne, etwa beim Treffen mit Donald Trump in Washington oder beim G7-Treffen in Italien. Jetzt liegen wieder 14 Prozentpunkte zwischen CDU und SPD. Und nur 36 Prozent der Deutschen sind mit Martin Schulz zufrieden.

Dramatisch: Starkes Misstrauen gegenüber den USA und Donald Trump

Einer Katastrophe gleich kommt das Ansehen der USA bei den Deutschen: Nur 5 Prozent vertrauen dem neuen US-Präsidenten. Und nur 21 Prozent der Befragten sagen, den USA - eigentlich der wichtigste Verbündete Deutschlands - könne man vertrauen. Damit ist das Vertrauen in die USA ebenso groß wie das in Russland. Satte 94 Prozent aber vertrauen Frankreich, vor allem nach der Wahl von Emmanuel Macron zum neuen Präsidenten.

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