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Fußball

Arbeitssiege für Stuttgart und Hannover

Stuttgart und Hannover verschaffen sich ein wenig Luft im Abstiegskampf. Der VfB zwingt den bis dahin auswärts unbesiegten Aufsteiger Darmstadt 98 in die Knie. Hannover feiert einen Auswärtssieg beim Hamburger SV.

Der VfB Stuttgart hat sich mit einem hart erkämpften 2:0 (0:0) gegen den SV Darmstadt 98 von den Abstiegsrängen der Fußball-Bundesliga verabschiedet. Ein Eigentor des Darmstädters György Garics (68. Minute) und ein Treffer von Timo Werner (90.+4) in der letzten Sekunde bescherten den Stuttgartern am 11. Spieltag den zweiten Heimsieg der Saison. Fast 34 Jahre nach dem letzten Gastspiel in Stuttgart war es für Darmstadt die erste Auswärtsniederlage seit dem Aufstieg.

Mit einer kaum für möglich gehaltenen Leistungssteigerung gab Hannover ein Lebenszeichen im Abstiegskampf von sich. Mit dem glücklichen 2:1 (0:1) beim Hamburger SV feierten die 96er ihren zweiten Auswärtserfolg. Hiroshi Kiyotake (59.) per Foulelfmeter und Salif Sané (67.) drehten mit ihren Treffern nach der Pause das 55. Bundesliga-Duell der beiden Clubs und verhinderten vorerst mögliche Diskussionen um Trainer Michael Frontzeck. Noch in Halbzeit eins hatten die Gäste keine Chance gegen die auch spielerisch überzeugenden Hamburger, die schon früh durch Michael Gregoritsch (6.) hochverdient in Front gingen. Die Hanseaten ließen in der Folgezeit etliche Chancen ungenutzt und gaben das Spiel aus der Hand.

Offensive Hamburger

Der Hannoveraner Hiroshi Kiyotake (l.) jubelt über sein Strafstoßtor zum 1:1 (Foto: Oliver Hardt/Bongarts/Getty Images)

Hiroshi Kiyotake (l.) jubelt über sein Strafstoßtor

HSV-Trainer Bruno Labbadia setzte vor rund 54.000 Zuschauern auf Offensive. Statt wie gewohnt auf nur eine Spitze baute der Coach diesmal in Pierre-Michel Lasogga und Sven Schipplock gleich auf zwei Angreifer - und durfte sich schon nach sechs Minuten mit der Maßnahme bestätigt fühlen. Nach einer Kombination über Schipplock und Nicolai Müller musste Gregoritsch den Ball nur noch zu seinem zweiten Saisontreffer ins Tor schieben. Mit der Führung wuchs bei den Hamburgern das Selbstvertrauen. Sie konnten sogar spielerische Akzent setzen. Bei Hannover lief so gut wie gar nichts. Einziges Manko beim HSV: Er machte nichts aus seiner Überlegenheit.

Auch nach dem Wechsel schien sich das Kräfteverhältnis nicht zu ändern. Der HSV dominierte zunächst weiter. Schipplock (58.) hätte die Führung ausbauen können, verfehlte aber mit einem Schlenzer das Tor. Doch die 96er wurden mutiger und kamen zum - zu dem Zeitpunkt noch unverdienten - Ausgleich. Ein unnötiges Foul von Emir Spahic an Uffe Bech führt zum Elfmeter, den Kyotake sicher verwandelte. Und die Gäste blieben dran. Per Kopfball schaffte Sané den kaum für möglich gehaltenen Siegtreffer. In der Schlussphase bestürmten die Hamburger das Tor der Hannoveraner. Doch ihnen fiel zu wenig ein, um doch noch einen Punkt zu retten.

Kampfspiel in Stuttgart

Stuttgarts Daniel Schwaab (l.) spielt gegen den Darmstädter Sandro Wagner (r.) (Foto: Daniel Maurer/dpa)

Verbissener Zweikampf: Schwaab (l.) und Wagner

Vor rund 55.000 Zuschauern ließ die erste VfB-Chance nicht lange auf sich warten: Im Strafraum spielte Daniel Didavi den Ball quer, Martin Harnik kam am langen Pfosten aber einen Schritt zu spät (2.). Doch in der Folge tat sich Stuttgart gegen giftige und lästige Darmstädter schwer. Weder Kapitän Christian Gentner noch Daniel Schwaab oder Daniel Didavi brachten die Lilien mit ihren Ideen in Verlegenheit. Wie von VfB-Coach Alexander Zorniger erwartet, versuchte der Aufsteiger die Stuttgarter zu nerven, wann immer es möglich war - ob mit oder ohne Ball in der Nähe. Die einzige eigene Chance vor dem Seitenwechsel vergab Marcel Heller, als er mit seinem guten Schuss von der Strafraumkante an VfB-Torwart Przemyslaw Tyton scheiterte. Kurz vor der Pause strich ein Freistoß von Didavi Zentimeter am Pfosten vorbei.

Nach der Halbzeit hatten die Stuttgarter dann zweimal Glück. Erst verfehlte Jan Rosenthals Heber das Tor, dann parierte Tyton einen Heller-Schuss, den Abpraller brachte Sandro Wagner nicht über die Linie. Für den VfB wirkten diese Szenen wie ein Weckruf. Timo Werner köpfte eine Flanke des starken Emiliano Insua an die Latte, dann hielt Mathenia reaktionsschnell gegen Didavi (67. und 68.). Sekunden später senkte sich ein Heber von Gentner am langen Pfosten auf den Kopf von Darmstadts Garics - und von da zum 1:0 ins Tor. Darmstadt reagierte auf den Rückstand keinesfalls geschockt. Nach 72 Minuten klärte Florian Klein in höchster Not. Tyton konnte sich wenig später mit zwei starken Paraden auszeichnen. Die Unsicherheit aus der ersten Hälfte, als er an der Strafraumkante umherirrte, war damit endgültig weg. In der Endphase wankte der VfB mächtig und überstand die Schlussoffensive der Gäste nur mit Glück. Erst in letzter Sekunde traf Werner ins leere Tor zur Entscheidung.

Schubert siegt mit Gladbach weiter

Herthas Cheftrainer Pal Dardai (l.) und Gladbachs Interimstrainer Andre Schubert (r.) stehen am Spielfeldrand und beobachten das Spiel (Foto: Annegret Hilse/dpa)

Zeit für Applaus: Interimstrainer Schubert (r.) in Berlin

Am

Samstag

konnte Borussia Mönchengladbach auch das sechste Bundesliga-Spiel unter Interimstrainer André Schubert gewinnen. Die Gladbacher feierten ein 4:1 bei Hertha BSC. Borussia Dortmund festigte durch ein 3:1 bei Werder Bremen den zweiten Tabellenplatz. Der neue Hoffenheim-Coach Huub Stevens verbuchte zum Einstand ein 0:0 beim 1. FC Köln. Schalke 04 kam nicht über ein 1:1 gegen Aufsteiger FC Ingolstadt hinaus. Dritter ist nun der VfL Wolfsburg nach einem 2:1 gegen Bayer Leverkusen. Schlusslicht bleibt der FC Augsburg nach einem 3:3 gegen Mainz 05.

Zum

Auftakt

des 11. Spieltags war die Siegesserie des FC Bayern München von Eintracht Frankfurt gestoppt worden. Die SGE erkämpfte gegen den großen Favoriten ein 0:0. Die Münchner, die mit zehn Siegen gestartet waren, liegen aber weiter mit 31 Punkten unangefochten an der Tabellenspitze. Wer noch einmal in die Sonntags-Partien eintauchen will:

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