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Fußball

Arbeitssieg mit schwachen Momenten

Ziel erreicht, sechs Punkte kassiert: Auch das zweite WM-Qualifikationsspiel gegen Kasachstan innerhalb von nur vier Tagen hat die deutsche DFB-Elf überlegen gewonnen. Dabei gab es jedoch kleine Schönheitsfehler.

Ohne große Anstrengung hat die deutsche Fußball-Nationalmannschaft den fünften Sieg im sechsten WM-Qualifikationsspiel geholt. Gegen Kasachstan setzte sich die Elf von Bundestrainer Joachim Löw erwartungsgemäß mit 4:1 (3:0) durch und erspielte sich damit sechs Punkte aus den beiden Duellen mit dem Außenseiter aus dem Osten. "4:1 ist ein Ergebnis, mit dem wir gut leben können", sagte Ilkay Gündogan.

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Das sagt Bundestrainer Joachim Löw

Deutschland führt damit die Gruppe C mit 16 Punkten an und spaziert weiter in Richtung Weltmeisterschaft in Brasilien im kommenden Jahr. Kasachstan bleibt Vorletzter, in der laufenden WM-Qualifikation holte es bisher nur einen Punkt. Neuer Tabellen-Zweiter der deutschen Gruppe ist nun Österreich (8 Punkte), das sich im Parallelspiel durch ein Last-Minute-Tor des Müncheners David Alaba mit 2:2 (2:1) von Irland trennte. Schweden rutschte mit ebenfalls acht Punkten auf Rang drei ab, hat aber noch ein Spiel weniger absolviert.

Drei "Dortmunder" Tore in acht Minuten

Bundestrainer Joachim Löw hatte drei Veränderungen in der Startelf vorgenommen: Für den gesperrten Bastian Schweinsteiger sowie die beiden verletzten Benedikt Höwedes und Julian Draxler rückten Ilkay Gündogan und Marco Reus sowie Abwehrspieler Jérôme Boateng in das Team. Erneut setzte Löw auf eine Formation ohne gelernten Stürmer: Mario Gomez, ebenfalls verletzt, wurde wieder durch den "falschen Neuner" Mario Götze ersetzt. Somit bildeten vier Dortmunder, vier Münchener und drei im Ausland tätige Spieler die Startformation.

Es ging so los wie beim Aufeinandertreffen vor vier Tagen: Bereits kurz nach dem Anstoß erarbeiteten sich die Deutschen Chancen im Minutentakt. Die Kasachen hatten dem temporeichen, quirligen Spiel der DFB-Elf kaum etwas entgegenzusetzen, so konnten die deutschen Akteure die Bälle in aller Ruhe annehmen und weiterverwerten. Kasachstan kam nur durch Kontersituationen vor das Tor von Manuel Neuer und zeigte sich dabei mutiger als noch im Spiel vor vier Tagen in Astana. Neuer musste jedoch nicht eingreifen.

Asisatische Deutschland-Fans halten ein Transparent mit ihrem Lieblingsspieler Mesut Özil hoch.(Foto: Daniel Karmann/dpa)

Mesut Özil ist weltweit beliebt und wurde von seinen Fans zum "Nationalspieler des Jahres" gewählt.

So geriet die erste Halbzeit zu einem deutschen Schaulaufen und das Spiel war durch drei Treffer von Dortmunder Spielern erneut schnell entschieden: Nach zwei Aluminium-Treffern von Schweinsteiger-Ersatz Gündogan und Götze brachte Reus die deutsche Elf in der 23. Minute hoch verdient in Führung. Kapitän Philipp Lahm bereitete nur vier Minuten später mit einem energischen Dribbling das 2:0 durch Götze vor, der nur noch den Fuß hinhalten musste. Und auch der Ex-Nürnberger Gündogan durfte sich in seinem ehemaligen Heimatstadion wenig später als Torschütze feiern lassen: Nach feiner Hereingabe von Mesut Özil erzielte er das 3:0 (31.). Özil war vor dem Anpfiff als "Nationalspieler des Jahres" geehrt worden.

Gastgeschenk von Neuer

Die Pflicht hatten die Deutschen in der ersten Halbzeit abgeliefert, nun sollte die Kür folgen. Doch kurz nach dem Wiederanpfiff rieben sich die Zuschauer im Nürnberger Stadion verwundert die Augen: Aus einer völlig harmlosen Situation machte Torwart Neuer ein Geschenk für die Kasachen: Einen Rückpass von Per Mertesacker nahm Neuer mit dem Fuß an, der Ball prallte aber zu weit ab und der beim Bundesligisten Greuther Fürth unter Vertrag stehende Kasache Heinrich Schmidtgal staubte zum 1:3-Anschlusstreffer ab (46.). "Ich muss mich bei der Mannschaft entschuldigen", sagte Neuer. "Ich wollte den Ball nicht planlos weghauen, aber das hätte ich lieber machen sollen."

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Das meint Mannschaftskapitän Philipp Lahm

Danach lief es wieder wie in Durchgang eins: Die Deutschen kombinierten nach Belieben, bestimmten das Spielgeschehen und deuteten an, zu welchen Fußball-Kunststückchen sie in Lage sind. Allerdings fehlten die Tore, auch weil beispielsweise die halbe deutsche Mannschaft in der 73. Minute zum Torschuss kam, dabei jedoch zweimal nur den Pfosten traf. Der kasachische Torwart Andrei Sidelnikov bekam in dieser Phase jede Menge zu tun und zeichnete sich mehrfach aus – im Gegensatz zu der deutschen Abwehr, die sich zu manch einer haarsträubenden Unkonzentriertheit hinreißen ließ. Weil der Gegner dieses Mal aber Kasachstan und nicht Schweden hieß, blieben die Fehler unbestraft. Und so setzte Reus mit seinem Treffer zum 4:1 in der 90. Minute den Schlusspunkt hinter eine Partie, über die noch zu reden sein wird.

Spanien erobert Tabellenspitze

In der Gruppe I kam es zum mit Spannung erwarteten und vorentscheidenden Spiel zwischen Frankreich und Welt- und Europameister Spanien. Frankreich hatte zuvor die Gruppe vor Spanien angeführt. Und so war der 1:0 (0:0)-Siegtreffer von Pedro Rodriguez Ledesma in der 58. Minute für die Spanier Gold wert, denn damit übernahmen sie die Tabellenführung. Nur die neun Gruppensieger der europäischen WM-Qualifikation qualifizieren sich direkt für die WM in Brasilien. Die acht besten Gruppen-Zweiten spielen die restlichen WM-Tickets in einer Play-Off-Runde aus. Alle Ergebnisse der WM-Qualifikation (Europagruppen) finden Sie hier.

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