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Fußball

Arbeitssieg gegen Aserbaidschan

Es war ein Kraftakt: Im letzten Spiel einer langen Saison mühte sich die DFB-Elf im EM-Qualifikationsspiel gegen Aserbaidschan zu einem 3:1-Erfolg. Unter anderem traf mal wieder Mario Gomez.

Jubel nach dem Tor zum 1:0 fuer Deutschland: v.l.: Thomas Müller, Philipp Lahm, Lukas Podolski, Mario Gomez und Torschuetze Mesut Özil (Foto: picture alliance)

Ausreden gäbe es zugenüge: Am Ende einer langen Saison waren die Spieler müde. Deutschland spielte mit einer komplett neuen Abwehrreihe mit Holger Badstuber und Mats Hummels in der Innenverteidigung und Dennis Aogo sowie Benedikt Höwedes auf den Außenpositionen. Zudem ist Aserbaidschan, in der Weltrangliste auf Platz 108 geführt, nicht gerade ein Motivationsgegner. Aber alles andere als ein Sieg kam für das deutsche Team gegen die Mannschaft des ehemaligen Bundestrainers Berti Vogts nicht in Frage. Und so mühte sich die DFB-Elf in Baku zu einem 3:1-Erfolg (2:0). "Es war klar, dass es etwas zäh sein würde. Natürlich hätten wir gehofft, dass es etwas flüssiger läuft", erklärte Thomas Müller nach der Partie.

Özil übernahm Verantwortung

Zu Beginn des Spiels überraschte zunächst Aserbaidschan mit einem starken Auftritt. Der Gastgeber setzte Deutschland in der ersten Viertelstunde unter Druck und hätte beinahe ein Tor erzielt. Mehrmals musste Torwart Manuel Neuer retten. Es dauerte, bis Deutschland ins Spiel fand, aber dann fiel auch kurz darauf der Führungstreffer: Thomas Müller spielte Höwedes auf rechts frei, dessen Flanke flog zunächst an allen vorbei, doch Mesut Özil holte sich den Ball vor dem Strafraum, ging damit in den Sechzehner und zog aus halblinker Position ab ins lange Eck (30. Minute). Das Tor war ein Kraftakt, bezeichnend für die Mühe, die die deutsche Mannschaft hatte - vor allem mit der eigenen Müdigkeit.

Mario Gomez beim Torschuss (Foto: picture alliance)

Gomez musste den Ball nur noch über die Linie drücken - 2:0 für Deutschland.

Das Team von Joachim Löw spielte hauptsächlich über die rechte Seite. Die linke mit Aogo und Lukas Podolski war praktisch nicht existent. Manchmal übernahm das Özil, so wie beim zweiten Tor. Der Mittelfeldspieler von Real Madrid - durch einen 50-Meter-Steilpass des Innenverteidigers Badstuber glänzend in Szene gesetzt - passte von links flach in den Strafraum, wo Mario Gomez sich gut frei lief und den Ball in der 41. Minute über die Linie drückte - sein fünfter Treffer in den letzten vier Länderspielen. Auch in der zweiten Halbzeit fehlte den Aktionen, wie schon im EM-Qualifikationsspiel am Freitag (03.06.2011) gegen Österreich, Tempo und Präzision. Und in der Abwehr taten sich immer wieder Lücken auf.

Altersdurchschnitt 23,45 Jahre - und trotzdem abgeklärt

Das mag auch an der bereits erwähnten neu formierten Abwehr liegen. Zum anderen auch daran, dass in Baku eine der der jüngsten Mannschaften der deutschen Länderspielgeschichte auflief. Die DFB-Auswahl hatte einen Altersdurchschnitt von 23,45 Jahren. Phillip Lahm, der diesmal für den verletzten Sami Khedira ins defensive Mittelfeld vorgerückt war, war mit 27 der Älteste. "Das spricht für die Qualität im deutschen Fußball", meinte Lahm. Auch in der zweiten Halbzeit kam das Team von Aserbaidschan immer wieder zu Tormöglichkeiten. Und eine Minute vor Spielende (89.) wurde es auch für seine Offensivbemühungen belohnt: Murad Huseynov schoss den viel umjubelten Anschlusstreffer.

Joachim Löw (Foto: picture alliance)

War nicht immer zufrieden: Bundestrainer Löw

Doch dieses Ergebnis schien den Deutschen nicht zu passen. Sie bäumten sich nochmals kurz auf und erzielten tatsächlich noch in der Nachspielzeit (90.+ 3) das 3:1. Das Tor machte Andre Schürrle, der erst kurz zuvor für Podolski eingewechselt wurde. Im Gegensatz zum Hinspiel im September vergangenen Jahres, als Deutschland mit 6:1 (3:0) gewonnen hatte, war es diesmal ein nicht ganz so souveräner Auftritt. Aber immerhin: Es war der siebte Sieg im siebten EM-Qualifikationsspiel. "Sieben Spiele, 21 Punkte - da kann man der Mannschaft nur ein großes Kompliment machen", lobte Löw. Das Ticket für die Europameisterschaft im nächsten Jahr in Polen und der Ukraine haben die Deutschen damit so gut wie sicher. Erster Gegner in der EM-Saison ist am 10. August in Stuttgart Brasilien.

Vogts will bleiben

Bereits vor dem Spiel hatte Vogts angekündigt, trotz der jüngsten Vorkommnisse Nationaltrainer von Aserbaidschan bleiben zu wollen. "Ich will meinen Vertrag erfüllen. Ich fühle mich sehr wohl", sagte der 64-Jährige, nachdem er am Sonntag (05.06.2011) in Baku im Rahmen einer Pressekonferenz attackiert worden war. Auf die Frage, ob dies möglicherweise sein letztes Spiel als Trainer Aserbaidschans sei, antwortete Vogts: "Das glaube ich nicht." Er habe Gespräche mit dem Verbandspräsidenten und dem Generalsekretär geführt: "Wir werden uns in den nächsten Tagen noch einmal zusammensetzen." Seit April 2008 ist Vogts Nationaltrainer von Aserbaidschan. Sein Vertrag läuft bis 2012.

Die weiteren EM-Qualifiationsspiele im Überblick

Schweden - Finnland 5:0 (3:0)

San Marino - Ungarn 0:3 (0:1)

Färöer - Estland 2:0 (1:0)

Weißrussland - Luxemburg 2:0 (0:0)

Bosnien - Albanien 2:0 (0:0)

Autorin: Sarah Faupel
Redaktion: Andreas Sten-Ziemons