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Podcast Wirtschaft

Arbeitsmarktzahlen April liegen vor

Die Zahl der Arbeitslosen stagniert weiterhin auf hohem Niveau und hat im April die psychologisch wichtige Vier-Millionen-Marke nicht unterschritten

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Florian Gerster

4.024000 Menschen waren im April ohne Arbeit, das sind 132000 Arbeitslose weniger als im März. Aber der Vorjahresvergleich fällt schlechter aus.

Die Arbeitslosigkeit stieg im Vergleich zum April 2001 um 156.000. Der Aufschwung auf dem Arbeitsmarkt ist also noch nicht in Sicht, so Florian Gerster, der neue Vorstandsvorsitzende der Bundesanstalt für Arbeit.

"Der Arbeitsmarkt steht immer noch im Zeichen konjunktureller Schwäche. Die deutlich anziehende Konjunktur wird sich frühestens mit einer Zeitverzögerung von mehreren Monaten auf den Arbeitsmarkt auswirken können. Der Rückgang der Arbeitslosigkeit im Monat April 2002 um 132.000 Menschen ist im wesentlichen jahreszeitlich bedingt."

Mehrere Monate wird es also noch dauern, bis sich der langsam beginnende konjunkturelle Aufschwung auf den Arbeitsmarkt niederschlägt. Frühestens wird der Arbeitsmarkt sich in der zweiten Jahreshälfte erholen, wenn man die jahreszeitlichen Einflüsse herausrechnet. Eingerechnet in die Zahlen vom April sind die Effekte des seit Januar geltenden Job-Aqtiv-Gesetzes, das unter anderem Eingliederungsvereinbarungen mit den Arbeitslosen vorsieht. Die individuelle Betreuung der Arbeitslosen hat zuerst dazu geführt, dass einige Menschen aus der Statistik herausfallen.

"Das sind die Effekte von Job-Aqtiv, also eine intensivere Befassung mit den arbeitslosen Menschen in den Arbeitsämtern, die dann bei Eingliederungsplänen zum Beispiel auch dazu führt, dass Arbeitslosmeldungen, die nicht mit einer tatsächlichen Bereitschaft zur Arbeitsaufnahme gekoppelt sind, nicht aufrechterhalten wurden."

Zusammen mit dem vorzeitigen Ruhestand über 58-jähriger Arbeitsloser fielen so in den letzten Monaten über eine halbe Million Arbeitsloser aus der Statistik. Insgesamt hat sich im April die Arbeitslosenquote von 10 Prozent auf 9,7 Prozent positiv entwickelt. Die Welle der Insolvenzen hat bisher keinen Niederschlag auf den Arbeitsmarkt gefunden. Nach wie vor überwiegen laut Gerster aber die positiven Effekte von Unternehmensgründungen vor den negativen Effekten von Firmenpleiten. Im April halfen die Arbeitsämter 47.000 Menschen in die Selbständigkeit. Trotz Insolvenzwelle eine Investition in relativ sichere Arbeitsplätze, so Gerster. Bei den Vermittlungsgutscheinen gibt es noch keine Zahlen über die Wirkung. Mit den Gutscheinen können Arbeitslose nach drei Monaten Arbeitslosigkeit die Hilfe eines privaten Vermittlers in Anspruch nehmen. Eine Neuregelung, die erst anlaufen muss, so Florian Gerster.

"Das Geschehen muss sich natürlich erst einspielen, zum Beispiel sind die Arbeitsämter sehr vorsichtig, in der Möglichkeit auf Vermittler hinzuweisen oder diesen Raum für Werbung, für Hinweise, für Informationen zur Verfügung zu stellen, damit Arbeitslose eben beim Gang auf das Arbeitsamt auch gleichzeitig sich informieren können, welche Vermittler gibt es."

Bis Ende des Jahres soll es ein Verfahren zur Zertifizierung der privaten Vermittler geben, die wird aber nicht von der Bundesanstalt für Arbeit durchgeführt, sondern soll von den Verbänden selbst durchgeführt werden.

Beitrag: Ines Krauß (BR)

  • Datum 07.05.2002
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  • Permalink http://p.dw.com/p/29we
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