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Ostmitteleuropa

Arbeitslosigkeit in den Großstädten Polens steigt

– Ein Ergebnis der geringen Aktivität polnischer Firmen, die in eine schwierige Wirtschaftslage geraten sind

Warschau, 31.01.2002, RZECZPOSPOLITA, poln.

Zum ersten Mal ist ein erheblicher Anstieg der Arbeitslosigkeit auch in den großen und industrialisierten Woiwodschaften verzeichnet worden. Gerade dort konnte man noch bis vor kurzem ohne größere Probleme eine Beschäftigung finden. Aus den neusten Angaben des Hauptamtes für Statistik geht jedoch hervor, dass die Arbeitslosenzahl am schnellsten ausgerechnet in den industrialisierten Gebieten wie der Woiwodschaft Wielkopolska (Großpolen) (23 Prozent), Slaskie (Schlesien) (20,6 Prozent ) sowie in der Region Mazowsze (Masovien) und Pomorze (Pommern) gestiegen ist.

Noch vor kurzem sind nach Warschau, Posen oder Danzig Menschen aus ganz Polen gekommen, um eine Stelle zu finden. Es war auch sicher, dass ihre Bemühungen früher oder später erfolgreich sein werden. Heute gibt es leider auch dort eine hohe Arbeitslosenrate.

In der Region Mazowsze z.B. wurde im November letzten Jahres ein Rekord aufgestellt: Die Zahl de Arbeitslosen ist um 8000 gestiegen. Das ist der höchste Anstieg seit drei Jahren. Heute haben rund 340 000 Bewohner der Region Masowsze keine Arbeit.

In Warschau ist die Arbeitslosenrate nicht besonders hoch, d.h. sie liegt bei fünf Prozent. Die Struktur der Arbeitslosigkeit ist jedoch anders als in den übrigen Regionen, da vor allem junge Leute mit guter Ausbildung ohne Beschäftigung sind wie auch Menschen mit hohen Qualifikation.

In Danzig ist die Arbeitslosenrate im letzten Jahr um 53 Prozent gestiegen. Ende 2000 wurden dort 13 000 Personen als arbeitslos gemeldet. Heute beträgt diese Zahl über 20 000. In der ganzen Woiwodschaft ist die Arbeitslosenzahl dreimal höher und beläuft sich auf 175 000.

"Das ist ein Ergebnis der geringen Aktivität polnischer Firmen, die in eine schwierige Wirtschaftslage geraten sind und ihre Produktion und darüber hinaus auch die Beschäftigung senken mussten", sagt Professor Mieczyslaw Kabaj von dem Institut für Arbeit und Soziales. (...) Seiner Meinung nach sei die schwierige Lage der Unternehmen auf die Senkung der Nachfrage zurückzuführen sowie auf die hohe Verzinsung der Kredite : "Es ist nicht gut, dass der Kurs des Zloty so hoch ist. Das trägt dazu bei, dass sich die Herstellung in Polen nicht lohnt und dass der Import steigt", sagt Professor Kabaj. (...)

Die Direktoren und Beamte der Arbeitsämter erwähnen aber auch andere Gründe: "In Schlesien steigt die Arbeitslosigkeit seit längerer Zeit. Die Reformen in fast allen Wirtschaftszweigen verursachen Entlassungen. Dies wird jedoch durch die Schaffung neuer Arbeitsplätze nicht ausgeglichen. Außerdem bekommen wir auch die Folgen der Reformen im Bildungs- und Gesundheitswesen zu spüren" ,sagt Renata Luczak vom Woiwodschaftsarbeitsamt in Kattowitz.

"Auch der Kündigungsschutz in den Unternehmen, die vor einigen Jahren privatsiert wurden, verliert seine Geltung. Dort beginnen jetzt die Entlassungswellen", fügt Barbara Kwapiszewska, Vizedirektorin des Arbeitsamtes in Posen hinzu.

Nach Meinung von Tadeusz Adamejtis, vom Woiwodschaft-Arbeitsamt in Danzig, hat diese Region noch ein weiteres Problem: "Wir gehören zu den Woiwodschaften, in denen die meisten jungen Leute auf den Arbeitsmarkt kommen werden. Bis zum Jahr 2005 werden 15 000 bis 16 000 junge Menschen nach einer Arbeit suchen". (...)

Im letzten Jahr wurden in der Region Mazowsze insgesamt 56 000 Arbeitslose registriert. In der Woiwodschaft Pomorze gibt es zur Zeit über 175 000 Arbeitslose, 28 000 davon haben sich im vergangenen Jahr gemeldet. In Schlesien beläuft sich die Arbeitslosenzahl auf über 313 000, 54 000 davon wurden im letzten Jahr registriert. In der Region Wielkopolska sind über 237 000 Personen arbeitslos. 44 000 von ihnen haben ihre Stellen im Jahr 2001 verloren. (Sta)

  • Datum 31.01.2002
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