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Aktuell Deutschland

Arbeitskampf wirbelt Frankfurter Flugplan durcheinander

Am größten deutschen Flughafen müssen Passagiere wohl auch an diesem Freitag viel Geduld mitbringen. Ein Streik von lediglich 200 Beschäftigten lähmt das Airport-Drehkreuz. Schon am Donnerstag war der Ärger gewaltig.

Den zweiten Tag in Folge müssen sich Reisende am Frankfurter Flughafen auf erhebliche Behinderungen einstellen. Die für das sogenannte Vorfeld des Airports zuständigen Mitarbeiter wollen an diesem Freitag erneut die Arbeit niederlegen, diesmal noch länger als am Donnerstag.

Doppelte Streikzeit

Die Gewerkschaft der Flugsicherung (GdF) hat einen Streik der rund 200 Vorfeldlotsen, Einweiser und Verkehrsplaner von 8 Uhr bis 22 Uhr angekündigt. Am Donnerstag hatte der Arbeitskampf bereits von 15 bis 22 Uhr gedauert. In diesem Zeitraum fielen mehr als 170 der 526 ursprünglich vorgesehenen Flüge aus. An diesem Freitag sollten in der streikbedrohten Zeit sogar 1082 Maschinen starten oder landen. 268 Flüge wurden bereits am Donnerstagabend für den nächsten Tag gestrichen, wie ein Sprecher des Flughafenbetreibers Fraport mitteilte. Dabei handelt es sich meist um Kurzstreckenflüge innerhalb von Deutschland oder ins benachbarte Ausland.

Im Tarifstreit zwischen GdF und Fraport sind die Positionen seit Monaten verhärtet. Die Arbeit der Vorfeld-Kontrolleure sei mit der Eröffnung der vierten Landebahn in Frankfurt wesentlich anspruchsvoller geworden, argumentiert die Gewerkschaft. Die Lohnentwicklung habe damit aber nicht Schritt gehalten. Fraport betrachtet die GdF-Forderungen als "extrem hoch". Sie liefen auf Entgelterhöhungen um bis zu 70 Prozent hinaus. Ein Kompromissvorschlag des früheren Ersten Hamburger Bürgermeisters Ole von Beust, der als Schlichter eingesetzt wurde, hatte keinen Durchbruch gebracht. Das Vorfeldpersonal sorgt unter anderem dafür, dass Flugzeuge sicher von ihren Parkpositionen zu den Startbahnen kommen.

"Geiselhaft"

Dass 200 von 20.000 Mitarbeitern versuchten, den Betrieb lahmzulegen, sei nicht akzeptabel und führe das Streikrecht ad absurdum, sagte der Präsident des Bundesverbands der Deutschen Luftverkehrswirtschaft, Klaus-Peter Siegloch. "Diese Minigruppe nimmt Zehntausende Fluggäste für ihre Tarifforderungen in eine Art Geiselhaft." Kritik an der GdF übten auch Vertreter größerer Gewerkschaften.

wa/det (dpa, rtr, dapd, afp)

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