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Wirtschaft

Arbeitskampf auf französisch

In Deutschland regiert der Konsens, Streiks sind selten. Ganz anders in Frankreich: Ob Post, Bahn, Müllabfuhr, Lehrer oder Flugpersonal - die Franzosen streiken häufig und ausdauernd.

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Stillstand auf den Schienen: In Frankreich ein gewohntes Bild

Streiken ist in Frankreich Tradition, obwohl weniger als zehn Prozent der Arbeitnehmer in Gewerkschaften organisiert sind. Streiks sind ein Mittel der politischen Auseinandersetzung und nicht die zuletzt angewandte Waffe. Die französischen Gewerkschaften sind stark dezentralisiert: Während sich in anderen europäischen Ländern Arbeitnehmervertretungen zusammenschließen, spalten sich in Frankreich immer wieder neue Gruppen ab. So genannte "Mouvements de Coordination" setzen ihre Forderungen durch und lösen sich dann wieder auf.

Die öffentliche Hand ist im Spiel Im Gegensatz zu Deutschland, wo sich der Staat weitgehend aus den Tarifverhandlungen heraushält, mischt er sich in Frankreich intensiv ein. Er finanziert drei Viertel der gewerkschaftlichen Ausgaben und bestimmt deren Marschrichtung mit. Außerdem legt er Mindeststandards der Arbeitsbedingungen fest. So ist es nicht verwunderlich, dass Arbeitskämpfe oft politische Inhalte haben.

Der Staat ist darüber hinaus ein wichtiger Arbeitgeber. Jeder fünfte Franzose ist im öffentlichen Dienst beschäftigt. Gewährt der Staat höhere Gehälter, so setzt er Signale für andere Wirtschaftsbereiche.

Politiker - von Streiks geplagt

Mit einem rigorosen Sparpaket löste der damalige Premierminister Alain Juppé vor sieben Jahren einen riesigen Streik im Öffentlichen Dienst aus. Schnell schlossen sich andere Berufsgruppen an, etwa Feuerwehrleute und LKW-Fahrer. Nach fünf Wochen Streik, der ganz Frankreich lahm legte, ging die Regierung Juppé in die Knie.

Notaufnahme im Krankenhaus

Streiks im Gesundheitswesen

Auch unter dem amtierenden Premierminister Jospin streikten bereits Postler, Krankenhauspersonal, Lehrer, Angestellte der Ministerien für Kultur und Finanzen, Air-France Arbeiter, Eisenbahner sowie U-Bahn- und Busverkehrsangestellte. Zuletzt gingen mehr als 20.000 Arbeitnehmer aus dem Gesundheitsbereich auf die Straße. Sie wollen mehr Geld, denn ihrer Meinung nach ist "Gesundheit das höchste Gut" – gleich nach den Löhnen.

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