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Ostmitteleuropa

"Arbeit und Kommunikation in deutsch-ungarischen Teams"

- Ratgeber für Konfliktlösung im Berufsalltag

Budapest, 17.6. 2002, BUDAPESTER ZEITUNG, deutsch, Bettina Nemes

Die Deutsch-Ungarische Industrie- und Handelskammer (DUIHK) und das Goethe-Institut haben in der vergangenen Woche ihre neu erschienene, gemeinsame Publikation "Arbeit und Kommunikation in deutsch-ungarischen Teams" vorgestellt. Damit werden erstmals in dieser Form Konflikte angesprochen, die in den Unternehmen noch oft vernachlässigt werden.

"Das Buch kann ohne weiteres als Pilotprojekt für andere Länder angesehen werden", sagte Robert Fallenstein, Referent für Sprachunterricht am Goethe-Institut Budapest. Der Herausgabe des Werks waren zwei Jahre Projektarbeiten vorangegangen. Die Zusammenarbeit der beiden Institutionen lag nahe, da sowohl Aspekte der Kultur als auch der Sprache bei der Kommunikation in der Wirtschaft von wesentlicher Bedeutung sind. Das Buch soll vor allem Führungskräften interkulturelle Kompetenz vermitteln.

Wie Yorck Sievers, Abteilungsleiter für Publikationen und Veranstaltungen bei der DUIHK, sagte, scheitern Marktstudien zufolge 23 Prozent aller Auslandseinsätze an Mentalitätsproblemen, dass heißt, jeder Vierte wird zurückgeschickt, weil er sich in dem Gastland nicht in die dortige Kultur einfügen kann und deshalb zurück kommt.

Das Buch will und kann keine Patentrezepte vermitteln, soll aber Bewusstseinsaspekte sensibilisieren, zum Nachdenken anregen und die bisher erfolgreiche Tätigkeit deutscher Unternehmen in Ungarn optimieren. Seit 1989 haben sich zahlreiche deutsche Unternehmen in Ungarn angesiedelt; dadurch ist die Zahl der Deutschen, die in Ungarn arbeiten und mit Ungarn arbeiten, angestiegen. Das macht die Auseinandersetzung mit interkulturellen Phänomenen in der Arbeitswelt zu einer hochaktuellen Aufgabe. Auch für die Wettbewerbsfähigkeit ist die Kommunikation ein wichtiger Faktor.

Das am 11. Juni vorgestellte Buch basiert auf zahlreichen Interviews mit deutschen und ungarischen Mitarbeitern von Jointventures und gibt oft banale Konflikte des Alltags und Missverständnisse wider. Nur um ein Beispiel für ein eindeutiges Kommunikationsproblem zu nennen: Deutsche sind der Meinung, dass Ungarn nicht genügend Verantwortung übernehmen wollen. Die Ungarn wiederum sind der Meinung, dass die Deutschen ihnen im Jointventure nicht genügend Raum lassen, um Verantwortung zu übernehmen. Beide sehen das Problem jedoch wegen der unterschiedlichen Mentalität ganz anders an und verstehen sich oft nicht. Das Buch stellt verschiedene Trainingsansätze und Übungen vor, um die Mitarbeiter einander näher zu bringen.

Autorin des Buchs ist Györgyi Szalay. Sie arbeitet sowohl als Lehrerin am Goethe-Institut, als auch als freie Trainerin, unter anderem an der DUIHK. "Arbeit und Kommunikation in Deutsch-Ungarischen Teams" kann über die DUIHK bezogen werden. Mitglieder zahlen 39 Euro, Nichtmitglieder zehn Euro mehr. (fp)

  • Datum 19.06.2002
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