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Welt

Arabischer Beobachter in Syrien tritt zurück

Ein Mitglied der Beobachtermission der Arabischen Liga in Syrien hat aus Protest seinen Dienst quittiert. Der Algerier Anwar Malik sagte, er habe den Eindruck, seine Arbeit diene dem Regime in Damaskus.

Beobahcter der arabischen Liga (in orangefarbener Weste) und andere Personen stehn am Bett eines Kranken (Foto: dpa)

Die Vertreter der Arabischen Liga (in orangefarbenen Westen) sollen beurteilen, ob Syrien zur Beilegung der blutigen Unruhen bereit ist

Die Regierung von Staatschef Baschar al-Assad verübe "nicht nur ein Kriegsverbrechen, sondern eine ganze Reihe von Verbrechen gegen das Volk", sagte Anwar Malik am Mittwoch in einem Interview mit dem Nachrichtenportal des arabischen TV-Senders Al-Dschasira.

Er warf der Führung in Damaskus vor, die Beobachter der Arabischen Liga getäuscht und die ihnen vorgeführten Dinge "inszeniert" zu haben. Sie habe sich bisher an keinen Punkt des Plans der Arabischen Liga gehalten.

"Alles Inszeniert"

Anders als zugesagt, würden die Panzer nicht von den Straßen abgezogen, sondern lediglich versteckt und nach dem Weggang der Beobachter wieder in Stellung gebracht.

"Die Gefangenen werden gefoltert, niemand wurde freigelassen", fügte Malik hinzu. Stattdessen seien Menschen auf der Straße festgenommen und den Beobachtern als freigelassene Gefangene vorgeführt worden.

"Spione als Begleiter"

Die syrische Regierung habe überdies "Spione und Mitglieder der Geheimdienste" als Fahrer und Begleiter der Beobachter engagiert. "Sobald wir einen Bezirk verließen, wurden die Leute dort angegriffen." Besonders katastrophal sei die Lage in Homs, einer Hochburg des Aufstandes gegen Assad.

Oberst Akram Mohammed Hussein, der Bürochef des Leiters der Beobachtermission der Liga in Damaskus, sagte auf Anfrage, Malik habe aus gesundheitlichen Gründen um seine Entlassung gebeten. Am Vortag hatte die Arabische Liga Staatschef Assad vorgeworfen, ihre Beobachter nicht genügend zu schützen. Generalsekretär Nabil al-Arabi erklärte, mehrere Mitglieder der Beobachtermission seien verletzt worden.

Die Beobachter sind seit dem 26. Dezember in Syrien. Sie sollen zu einem Ende der blutigen Unruhen beitragen. Der Staatenbund will die Freilassung von Gefangenen, den Rückzug der syrischen Armee aus den Städten und einen freien Zugang für Beobachter und Journalisten erreichen.

uh/qu (afp,dpa,dapd)

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