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Aktuelles

Arabische Liga will UN um Hilfe bitten

Angesichts der anhaltenden Gewalt in Syrien überdenkt die Arabische Liga ihr Vorgehen in dem Konflikt. Mitglieder des Staatenbundes wollen entscheiden, ob die Beobachter in Syrien Hilfe der UN in Anspruch nehmen sollen.

Beobachter der Arabischen Liga (in Orange-Westen) in der Protesthochburg Daraa (Foto: SANA/dpa)

Beobachter der Arabischen Liga (in orangefarbenen Westen) in der Protesthochburg Daraa

Aus Kreisen der Liga in Kairo verlautete nach Agenturberichten, Katar habe vorgeschlagen, zur Unterstützung der Beobachtermission um Techniker und Menschenrechtsexperten der UN zu bitten. An den Beratungen in der ägyptischen Hauptstadt würden die Außenminister Saudi-Arabiens, Ägyptens, Katars, Omans, des Sudan und Algeriens teilnehmen. Der Leiter der Beobachtermission, der sudanesische General Mohammed Ahmed Mustafa al-Dabi, will einen Zwischenbericht über die Arbeit der 150 Experten vorlegen. Die Beobachter sollen die Einhaltung eines Friedensplans der Arabischen Liga überwachen, der unter anderem den Abzug der Armee aus den Städten vorsieht.

Opposition kritisiert Beobachter

Vertreter der syrischen Opposition werfen den Beobachtern vor, nicht objektiv zu sein und sich vom Regime des autoritären Präsidenten Baschar al Assad über die wahre Lage täuschen zu lassen. Seit Beginn der Proteste gegen Assad im März sind nach Schätzungen der UN mindestens 5000 Menschen von Kräften des Regimes getötet worden. Am Samstag wurden nach Angaben von Menschenrechtsaktivisten landesweit mindestens 21 Zivilisten getötet. Der arabische Nachrichtensender Al Dschasira berichtete, der Anführer einer Gruppe desertierter Soldaten habe die arabischen Beobachter aufgerufen, in der Protesthochburg Hama nach Massengräbern zu suchen. Dort gebe es drei Grabstätten mit mehr als 460 verscharrten Leichen.

In Damaskus nahmen tausende Menschen an vom Regime organisierten Trauerfeierlichkeiten für die 26 Todesopfer des Selbstmordattentats vom Freitag teil. Der Täter hatte sich nach Angaben des syrischen Staatsfernsehens in dem Viertel Al-Midan der Hauptstadt in die Luft gesprengt. Der Stadtteil gehört zu den Hochburgen der Protestbewegung gegen das Regime. Oppositionelle äußerten deshalb die Vermutung, der Anschlag sei ein Racheakt der Führung um Assad. Das Regime macht Al-Kaida-Terroristen verantwortlich. Vor zwei Wochen waren in Damaskus bei Bombenanschlägen mehr als 40 Menschen getötet worden.

Autor: Michael Wehling (dpa/rtr/afp/dapd)
Redaktion: Hans Ziegler

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