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Aktuell Welt

Arabische Liga berät über Jemen-Krise

Für seine Luftschläge gegen die Huthi-Miliz im Jemen erntet Saudi-Arabien auf dem arabischen Gipfeltreffen viel Zustimmung. Sie sollen weitergehen, so der Tenor. Die UN dagegen fordern eine friedliche Lösung.

Für Saudi-Arabien ist die Sache klar: Der Militäreinsatz im Jemen geht weiter, bis die schiitischen Huthi-Rebellen zurückgedrängt sind. König Salman drückte es so aus: Der Einsatz werde weitergeführt, "bis er sein Ziel erreicht, dass das jemenitische Volk wieder Sicherheit genießt", sagte der saudi-arabische Herrscher zum Auftakt eines Gipfeltreffens der Arabischen Liga im ägyptischen Scharm el Scheich.

Saudi-Arabien fliegt seit Donnerstag mit Unterstützung anderer arabischer Staaten Luftangriffe auf die schiitische Huthi-Miliz im Jemen, die unter anderem die Hauptstadt Sanaa unter ihre Kontrolle gebracht hat und die zweitgrößte Stadt Aden im Süden des Landes zunehmend bedroht.

Zustimmung für Luftangriffe

Unterstützung bekamen die Bombardements auch von Ägyptens Präsidenten Abdel Fattah al-Sisi (im Artikelbild rechts mit Jemens Präsident Hadi). Nach der Einmischung "ausländischer Mächte", so Al-Sisi, seien Militäraktionen nötig. Und auch der entmachtete jemenitische Präsident Abd Rabbo Mansur Hadi forderte eine Fortsetzung des Militäreinsatzes in seinem Land bis zur "Kapitulation" der Huthi-Rebellen. Die von Saudi-Arabien geführte Koalition bezeichnete Hadi als "Test" für eine arabische Eingreiftruppe.

Die Gründung einer multinationalen arabischen Eingreiftruppe ist neben dem Konflikt im Jemen eines der Hauptthemen des zweitägigen Gipfeltreffens der Arabischen Liga. Ägyptens Präsident Al-Sisi ist einer der Hauptunterstützer dieser Idee. Er betonte in Scharm el Scheich, der arabische Raum erlebe derzeit "nie dagewesene Bedrohungen" durch "terroristische Gruppen". Ägypten zählt zu den neun Staaten der Militärkoalition im Jemen-Konflikt.

Kampf um die regionale Vorherrschaft

Viele sunnitisch dominierte Länder des arabischen Raums machen den schiitischen Iran für den Vormarsch der Huthi-Rebellen im Jemen verantwortlich. So warf Hadi dem Iran vor, die Huthi logistisch zu unterstützen, um sein Land gezielt zu destabilisieren.

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon machte hingegen deutlich, dass die Lösung der Krise im Jemen nur eine friedliche sein könne. Er forderte die Teilnehmer dazu auf, sich für Verhandlungen unter Führung der Vereinten Nationen stark zu machen. Diese hatten am Morgen etwa 100 Angehörige ihres Personals wegen der Gefechte aus Sanaa abgezogen. Sie sollen in andere Länder ausgeflogen werden.

Luftschläge in Sanaa und Aden

Im Jemen gehen unterdessen die Gefechte weiter. So berichteten Augenzeugen am Mittag von einer schweren Explosion in einem Waffenlager der Armee in der Hafenstadt Aden. Die zweitgrößte Stadt des Jemen wurde von Präsident Hadi als neuer Amtssitz ausgerufen, nachdem die Rebellen die Hauptstadt Sanaa im September eingenommen hatten. Bereits am Morgen hatten sich die Gefechte in Aden auf mehrere Viertel ausgedehnt. Am Freitag waren bei Kämpfen am Flughafen von Aden mindestens acht Menschen getötet worden.

In der Nacht hatte die Militärkoalition unter saudischer Führung die Hauptstadt Sanaa bombardiert. Augenzeugen zufolge gab es heftige Explosionen. Es sollen die schwersten Angriffe seit Beginn der Luftschläge vor drei Tagen gewesen sein.

Mehr 30 Tote

Nach Angaben der Menschenrechtsorganisaton Human Rights Watch (HRW) wurden bei den Bombardements zahlreiche Menschen getötet. Demnach starben allein in der Hauptstadt Sanaa mehr als 30 Menschen, unter ihnen sollen auch zwei Kinder sein. Jemenitische Gesundheitsbehörden sprachen laut Nachrichtenagentur AFP sogar von mindestens 54 Toten und mehr als 180 Verletzten.

cw/cr (afp, dpa, rtre, afpe, ape)