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Arabische Welt

Arabische Länder isolieren Katar

Mehrere arabische Länder haben überraschend ihre Verbindungen zu Katar gekappt. Sie werfen dem Emirat vor, den Terrorismus zu unterstützen.

Katar Doha Skyline (Getty Images/M. Runnacles)

Auch nicht unumstritten: Katar soll 2022 die Fußball-WM ausrichten

Bei den Ländern handelt es sich um Saudi-Arabien, Ägypten, Bahrain und die Vereinigten Arabischen Emirate. Sie brachen ihre diplomatischen Beziehungen zur Regierung in Doha ab. Sie stoßen sich daran, dass Katar die islamistische Muslimbruderschaft fördert. Außerdem wird der Golfstaat, der 2022 die Fußball-WM ausrichten soll, beschuldigt, Pläne des Erzrivalen Iran zu unterstützen.

Nationale Sicherheit bedroht

Saudi-Arabien schloss zudem die Grenzen zu dem Nachbarland, "um die nationale Sicherheit vor Gefahren durch Terrorismus und Extremismus zu schützen", wie die amtliche Nachrichtenagentur SPA berichtete. Dort heißt es weiter, Katar verbreite die Botschaften zahlreicher Terrorgruppen über seine Medien. Dazu zählten neben der Muslimbruderschaft auch Al-Kaida und die Extremistenmiliz "Islamischer Staat" (IS).

Saudi Arabien Gruppenfoto Präsident Trump und Führer der arabischen Staaten (Reuters/J. Ernst)

Beim Gipfeltreffen im Mai mit US-Präsident Donald Trump in Riad hatten die Golfstaaten noch Einigkeit demonstriert

Das ägyptische Außenministerium schloss alle Häfen und Flughäfen für Schiffe und Maschinen aus dem Emirat am Persischen Golf. Katars Aktivitäten zielten darauf ab, die Einheit der arabischen Welt zu zerstören, hieß es. Die Fluggesellschaft Etihad Airways aus Abu Dhabi will ab Dienstag ihre täglichen Verbindungen nach Doha einstellen.

Auch die von Saudi-Arabien angeführte Militärkoalition, die seit März 2015 Luftangriffe auf mutmaßliche Stellungen von Aufständischen im Jemen fliegt, schloss Katar aus. Zur Begründung hieß es in einer Erklärung, das Emirat fördere "terroristische Organisationen im Jemen, darunter Al-Kaida und Daesh" (die Dschihadistenmiliz IS).

Doha: Man will uns bevormunden

Katar verurteilte den Abbruch der diplomatischen Beziehungen als "ungerechtfertigt". Der Schritt basiere auf "falschen und gegenstandslosen Behauptungen", erklärte das Außenministerium in Doha. Ziel sei es offenbar, Katar politisch zu "bevormunden". Das Verhältnis mehrerer Golfstaaten zu Katar ist seit langem angespannt. Bereits vor rund drei Jahren hatten Saudi-Arabien, Bahrain und die Emirate ihre Botschafter für einige Monate aus Katar abgezogen. Sie stießen sich bereits damals vor allem an der Unterstützung Katars für die ägyptischen Muslimbrüder. Ägypten, Saudi-Arabien und die VAE haben die Islamisten als Terrororganisation verboten.

Lob für Teheran?

Ende Mai löste ein Bericht auf der Nachrichtenseite der staatlichen Nachrichtenagentur von Katar unter den Golfstaaten neue diplomatische Verwicklungen aus. In dem Artikel hieß es, Katars Emir Tamim bin Hamad Al Thani habe die Nachbarländer kritisiert und den schiitischen Iran als Staat gelobt, der zu Stabilität in der Region beitrage. Später teilte das katarische Außenministerium mit, Unbekannte hätten die Nachrichtenseite der Qatar News Agency (QNA) gehackt und einen gefälschten Bericht verbreitet. Trotzdem hielten die Spannungen an. Der schiitische Iran ist ein Erzrivale von Saudi-Arabien und der anderen von Sunniten regierten Golfstaaten.

USA appellieren

Der amerikanische Außenminister Rex Tillerson rief die Golfstaaten auf, ihren Streit beizulegen. Er ermuntere die Beteiligten, sich an einen Tisch zu setzen "und die Differenzen anzusprechen", sagte Tillerson am Rande eines Besuchs in Sydney. Es sei wichtig, dass der Golf-Kooperationsrat "geeint bleibe". Der Organisation, die als Bollwerk gegen die Islamische Revolution im Iran gegründet wurde,  gehören neben Katar, Saudi-Arabien, Bahrain und den Vereinigten Arabischen Emiraten auch der Oman und Kuwait an.

In den vergangenen Wochen hatte es unter anderem in den USA verschiedene Medienberichte gegeben, die der Führung in Doha die Finanzierung von terroristischen Gruppen vorwerfen. Katar ist zudem Teil der US-geführten Koalition im Kampf gegen die IS-Miliz in Syrien und dem Irak.

uh/stu (dpa, afp, rtr)