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Wirtschaft

Araber steigen bei Daimler ein

Abu Dhabi wird Großaktionär bei Daimler. Der Stuttgarter Autobauer erhält frisches Kapital in Höhe von zwei Milliarden Euro.

Dieter Zetsche, links, Vorstandsvorsitzender der Daimler AG, und Khadem Al Qubaisi, Vorstandsvorsitzender der Aabar Investments PJSC mit Sitz in Abu Dhabi (Photo: AP/Thomas Kienzle)

Abu Dhabi: neuer Großaktionär

Das war ganz nach dem Geschmack der Börsianer: die Nachricht, dass Abu Dhabi als zweites Emirat nach Kuwait als Großaktionär bei Daimler einsteigt, sorgte für kräftige Kursgewinne beim Stuttgarter Autobauer. Der Einstieg wird durch die Ausgabe neuer Aktien vollzogen. Und das lässt rund zwei Milliarden Euro in die Kasse von Daimler fließen. Und die kann der traditionsreiche Konzern in Zeiten von Absatzkrise und Wirtschaftsflaute gut gebrauchen.

Dieter Zetsche, rechts, Vorstandsvorsitzender der Daimler AG, und Khadem Al Qubaisi, Vorstandsvorsitzender der Aabar Investments PJSC mit Sitz in Abu Dhabi, unterhalten sich am Montag, 23. Maerz 2009, auf einer Pressekonferenz in Stuttgart. (Photo: AP/Thomas Kienzle)

Zusammenarbeit vereinbart

Mit 9,1 Prozent steigt Abu Dhabi nun zum wichtigsten Anteilseigner auf - und verweist Kuwait damit auf den zweiten Platz. Dass der neue arabische Großaktionär seinen Anteil in Zukunft noch aufstocken wird, schloss der Chef der staatlich kontrollierten Investmentgesellschaft Aabar, Khadem Al Qubaisi, am Montag (23.03.2009) in Stuttgart nicht aus. "Wir vertrauen dem Management von Daimler und werden uns nicht ins Tagesgeschäft einmischen," sagte Qubaisi weiter.

Für Daimler-Vorstandschef Dieter Zetsche ist der Einstieg Abu Dhabis ein "Zeichen der Stärke". Damit könne man die Zukunft gestalten. "Wir bekommen einen Schlüsselinvestor, der sich langfristig engagiert und wir verbessern unsere Kapitalposition und schaffen eine starke Partnerschaft für künftige Projekte", so Zetsche wörtlich.

Saubere Autos am Golf

Modell eines Elektroautos (Photo: Fraunhofer-Institut)

Gemeinsames Projekt: Elektroautos

Abu Dhabi will keineswegs nur stiller Teilhaber sein. Eine enge Zusammenarbeit soll entstehen. Das Emirat plant, gemeinsam mit den Stuttgartern Elektroautos zu entwickeln. Dadurch sollen in Abu Dhabi mehr hoch qualifizierte Jobs in der Automobilindustrie entstehen. Gleichzeitig gibt es aber noch ein anderes Ziel, das die Herrscher des ölreichen Emirats verfolgen: seit langem gibt Abu Dhabi viel Geld für die Entwicklung umweltfreundlicher Technologien aus.

Langfristig ist es denkbar, dass in der Region auch ein Entwicklungszentrum von Daimler entstehen wird. Denn in der Vereinbarung mit den Investoren aus Abu Dhabi ist festgeschrieben, dass eine Ausbildungsstätte gegründet wird für "junge Talente, die eine Position in der Automobilindustrie anstreben." Daimler unterhält Produktionsstätten in Europa, Nord- und Mittelamerika, Asien, Australien, Südamerika und Afrika. Ende 2008 beschäftigte der Konzern weltweit rund 273.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, davon etwa 168.000 in Deutschland. (ml/je/ap/dpa)

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