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Wirtschaft

Apple setzt auf Chips von Intel

Ein historischer Wechsel: Das US-Computerunternehmen Apple kehrt IBM den Rücken. In den Macintosh-Rechnern sollen zukünftig Prozessoren von Intel rechnen. Mit günstigeren Chips will Apple wettbewerbsfähiger werden.

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Steve Jobs hat genug von IBM-Prozessoren


In etwa einem Jahr sollen die ersten neuen Macintosh-Computer Intel- statt IBM-Chips enthalten, wie der Vorstandsvorsitzende Steve Jobs auf einer jährlichen Konferenz von Software-Entwicklern am Montag (6.6.2005)

in San Francisco bekannt gab.

"Die besten Computer der Welt"

Apple Mini Mac

Klein, aber oho: Der Apple Mini Mac

Bis Ende 2007 sollen alle neuen Apple-Rechner mit Produkten des weltgrößten Chipherstellers ausgerüstet werden. Als Grund für den Wechsel von IBM zu Intel gab Jobs an, dass Intel das "bei weitem" beste Entwicklungsprogramm für Mikroprozessoren aufweisen könne. Damit dürfte Apples langjährige Partnerschaft mit dem Technologiekonzern IBM zu Ende sein. Insgesamt 21 Jahre hatte Apple auf Prozessoren von IBM und Motorola gesetzt, um der "Wintel"-Allianz (aus Microsofts Windows und Intel-Chips) Paroli zu bieten.

"Unser Ziel ist es, den Kunden die besten Personal Computer der Welt anzubieten", sagte Jobs. Und Intel habe derzeit den leistungsstärksten Entwicklungsplan für seine Computer-Chips. Die Hauptmotivation für einen Wechsel dürften bei Apple die größere und bessere Auswahl von Prozessoren sein, sagt Jean-Louis Gassee, Risikokapitalgeber bei Allegis Capital in Palo Alto. Intel bietet vor allem günstigere Prozessoren an, die zudem auch weniger Hitze produzieren. Damit sei es Apple möglich, künftig noch kleinere und leichtere Laptops herzustellen, sagte Gassee.

Wichtiger Strategiewechsel

Apple ist ein prestigeträchtiger Zugewinn für Intel. Der weltweit größte Chiphersteller bemühte sich seit langem, Apple für seine Chips zu gewinnen, die auch in den meisten PCs mit dem Windows-System von Microsoft laufen. Man freue sich auf eine Zusammenarbeit mit den weltweit innovativsten Computerentwicklern und hoffe auf jahrelange Zusammenarbeit, teilte der Intel-Vorstandsvorsitzende Paul Otinelli mit.

Branchenbeobachter sehen seit dem Auftauchen erster Gerüchte vor etwas mehr als drei Wochen in der Partnerschaft mit Intel einen wichtigen Strategiewechsel von Apple. Mit günstigeren Chips könnten Apples Macintosh-Rechner gegenüber Anbietern wie Dell wettbewerbsfähig bleiben. Einige Experten befürchten derweil, dass der Wechsel zu Intel Probleme bereiten könnte, weil Macintosh-Software derzeit noch nicht einwandfrei mit Intel-Prozessoren laufe. Auch könnte der Wechsel sinkende Umsätze in den kommenden Monaten bedeuten, weil Mac-Benutzer mit dem Neukauf auf die neuen Modelle warten könnten.

Loyalisten und Liebhaber trauern

Apple II: 1977-1980

Apple aus der guten alten Zeit, noch ganz ohne Intel-Chip

Bislang hatte Apple damit geworben, mit den PowerPC-Chips von IBM leistungsfähigere Computer als die Konkurrenz anbieten zu können. In zahlreichen Internet-Foren haben Apple-Liebhaber angesichts der Kooperation mit Intel unterdessen den Abgesang des Macintosh und des Unternehmens Apple angestimmt. "Viele von Apples unverbesserlichen Loyalisten verstehen sich selbst und den Mac als Jedi-Ritter gegen das Reich des Bösen - Microsoft und Intel", sagte Shaw Wu, Analyst der Amarican Technology Research in San Francisco.

Der Computerpionier IBM hatte seit elf Jahren PowerPC- Prozessoren für Apples Flaggschiff Macintosh geliefert. Nach Informationen des Online-Magazins "Cnet" hatte der Computerbauer in der Vergangenheit immer wieder Lieferprobleme des Technologiekonzerns beklagt. Für größere Spannungen dürften dem Magazin zufolge auch unterschiedliche Interessen gesorgt haben. So habe sich Apple eine breite Palette von PowerPC-Prozessoren gewünscht, IBM jedoch an der Profitabilität eines solchen Geschäfts mit kleinen Stückzahlen gezweifelt.

Prestigeverlust für IBM

Nach Erhebungen des Marktforschungsinstituts IDC hatte Apple in den ersten drei Monaten dieses Jahres nur noch einen Marktanteil von 2,3 Prozent weltweit erreicht, gegenüber rund neun Prozent im Jahr 1993. Für IBM ist das Ende der Kooperation mit Apple wohl lediglich eine Sache des Prestiges. Der entfallende Umsatz dürfte mit neuen Einsatzgebieten von IBM-Chips leicht wieder wettzumachen sein. (mb)

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