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Wirtschaft

"Apple hat einen Visionär verloren"

Er revolutionierte die Computerwelt und zauberte sie auf jede Handfläche. iPod, iPhone und iPad sind untrennbar mit seinem Namen verbunden. Jetzt ist Apple-Mitbegründer Steve Jobs im Alter von 56 Jahren gestorben.

Ein iPhone mit dem Bildnis von Steve Jobs, daneben brennende Kerzen (Foto: dapd)

Apple-Gründer Steve Jobs mit den Jahreszahlen 1955 bis 2011 (Foto: dapd)

Apple erinnert an Steve Jobs

Die Nachricht kam nicht unerwartet. Seit Jahren schon hatte Steve Jobs gegen eine seltene Form von Bauchspeicheldrüsenkrebs gekämpft. 2004 wurde er deswegen operiert, erhielt 2009 eine Lebertransplantation und nahm drei Mal eine Auszeit als Apple-Manager, bevor er im August endgültig zurücktrat. Seine Familie erklärte am Mittwoch (05.10.2011), der Computer-Visionäre sei "friedlich im Kreise seiner Familie gestorben".

Die Webseite des Apple-Konzern zeigt ein Porträt von Jobs mit seinen Lebensdaten: 1955-2011. In einer Erklärung des Konzerns heißt es: "Apple hat einen Visionär und ein kreatives Genie verloren und die Welt ein wunderbares menschliches Wesen." Weiter heißt es: "Seine Seele wird für immer der Grundstein von Apple bleiben."

Twitter-Trend und Bill Gates kondoliert

Steve Jobs, John Sculley und Steve Wozniak (v.l.) mit einem Apple-Computer im Jahr 1984 (Foto: dapd)

1984 stellten Steve Jobs (l.) und seine Mitstreiter den neuen Apple IIc Computer vor

Im Internet, vor allem auf Twitter, meldeten sich unmittelbar nach Bekanntwerden der Nachricht die Menschen weltweit zu Wort. Es waren die Millionen Nutzer der Apple-Produkte, die sich zum Beispiel ganz einfach für ihr iPhone bedankten und ihre Trauer ausdrückten. "iSad", "RIP Steve Jobs", "ThankYouSteve" und "Pirates of Silicon Valley" (Die Silicon Valley Story) wurden schnell zum Trend. Der letzte Ausdruck bezieht sich auf einen Film von 1999 über die Entwicklung der PCs und die Rivalität zwischen Apple und Microsoft.

Angesichts der Nachricht von Jobs' Tod war für Rivalität kein Platz. Bill Gates, Chef der Computerfirma Microsoft, erklärte, er sei sehr betrübt: "Steve und ich haben uns vor fast 30 Jahren kennengelernt und wir waren Kollegen, Konkurrenten und Freunde". Er werde Jobs sehr vermissen, schrieb er: "Die Welt hat selten jemanden gesehen, der eine so tiefgreifenden Einfluss hatte wie Steve, der noch für viele Generationen spürbar sein wird." Bereits jetzt verbinden Apples Produkte die Menschen weltweit, nutzen sie junge Demonstranten in Ägypten um zu protestieren und Studenten in Europa, Asien oder Amerika um sich die neusten Musiktipps auszutauschen.

Präsident Obama würdigt den Erfinder

Steve Jobs vor einer Leinwand mit dem iPad2 (Foto: dapd)

Begeistert präsentierte der Apple-Chef seine Produkte, wie das iPad2

Auch US-Präsident Barack Obama, der sein eigenes iPad persönlich von Steve Jobs erhalten hatte – vor dem offiziellen Verkaufsstart, so heißt es - kondolierte. Steve Jobs sei einer der größten amerikanischen Erfinder, teilte der Präsident mit, "mutig genug, gegen den Strom zu denken, kühn genug, zu glauben, dass er die Welt verändern kann und talentiert genug, es auch zu tun."

Barack Obama (Foto: dapd)

Obama gedachte dem "größten amerikanischen Erfinder"

Obama verwies darauf, dass Jobs 1976 seine weltweit erfolgreiche Firma zusammen mit seinem Freund Stephen Wozniak in einer Garage gegründet hatte und dadurch "den Geist der amerikanischen Erfindungsgabe" symbolisiere. Jobs habe das Leben der Menschen verändert, ganze Industrien revolutioniert und letztlich dafür gesorgt, dass "wir alle die Welt mit anderen Augen sehen." Es gebe keinen besseren Tribut an Jobs, so Obama, als die Tatsache, dass der Großteil der Welt von seinem Tod durch eine seiner Erfindungen erfahren habe.

"So jemanden finden wir nie wieder"

Tim Cook präsentiert das iPhone 4s (Foto: dpa)

Kurz vor Jobs Tod stellte Tim Cook das neuste Apple-Produkt vor: das iPhone 4s

Apples Mitbegründer und Steve Jobs Schulfreund Stephen Wozniak verglich seine Gedanken an diesem Abend im Fernsehsender CNN mit jenen, die viele, so sagte er, bei dem Tod etwa des Musikers John Lennon oder des Bürgerrechtlers Martin Luther King empfunden haben mögen: "Was sollen wir jetzt tun, so jemanden finden wir nie wieder!" Denn Steve Jobs und Apple sind untrennbar miteinander verbunden. Jedes neue Produkt seiner Firma hatte Jobs persönlich vorgestellt, vom Mac angefangen bis zum iPad.

Der zuletzt hagere Mann, der zumeist leger in Jeans und schwarzen Rollkragenpullover auftrat, machte daraus eine Show und wurde stets begeistert gefeiert. Apple und Steve Jobs waren Kult. Bei der Vorstellung des neuen iPhones 4s am Dienstag waren die Reaktionen auf seinen Nachfolger Tim Cook deutlich weniger enthusiastisch. Die Aktie des Unternehmens rutschte ab.

"Der Tod ist die beste Erfindung des Lebens"

Der Visionär Jobs wird in der Tat schwer zu ersetzen sein. Wie vielfältig der Multimillionär war, zeigte er unter anderem bei der Gründung des Animationsstudios Pixar, das für Filme wie "Toy Story" mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet wurde und weltweit Erfolg hatte.

Jobs, der bei Adoptiveltern aufgewachsen war und sein Studium abgebrochen hatte, lebte nach dem Motto, das er 2005 den Studenten der Universität von Stanford in Kalifornien bei deren Abschlussfeier geraten hatte: "Seid mutig und folgt Euren Herzen und Eurer Intution". "Der Tod", sagte er an diesem Tag den Studenten auch, "ist die beste Erfindung des Lebens", denn "er räumt das Alte aus dem Weg und macht Platz für das Neue."

Autorin: Christina Bergmann, Washington, DC
Redaktion: Marion Linnenbrink

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