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Wirtschaft

Apple besteigt den Börsenthron

Steve Jobs Wunderkind Apple hat sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen an der Börse mit dem Ölmulti Exxon Mobil geliefert. Der Hersteller von iPhone und iPad ist nun der wertvollste börsennotierte Konzern der Welt.

Symbolbild Apple Börsenwert Grafik (DW)

Erfolg und Spitzenpositionen ist das Computer- und Elektronikunternehmen aus dem kalifornischen Cupertino längst gewohnt. Seine innovativen Produkte der letzten Jahre, ob i-Phone oder i-Pad, finden bei den Konsumenten riesigen Anklang. An der Börse überholte Apple im Mai 2010 bereits seinen ewigen Rivalen Microsoft und setzte sich an die Spitze aller Technologie-Konzerne. Doch vor allen Unternehmen rangierte der Ölmulti Exxon Mobile, als wertvollster Konzern der Welt. Das hat sich nun geändert. Apple hat jetzt den Börsenthron bestiegen – mit einem beachtlichen Börsenwert von rund 337 Milliarden Dollar. Exxon-Mobile ist mit 331 Milliarden Dollar jetzt "nur" noch Thronfolger.

Für den ersten Platz kann sich Apple zwar wenig kaufen. Aber, so Chris-Oliver Schickentanz von der Commerzbank zu DW-WORLD.DE, das Unternehmen habe ihn ganz offensichtlich verdient: "Das heißt vor allen Dingen, dass die Börse die Entwicklung der Vergangenheit honoriert. Dass es also einem Unternehmen gelungen ist, in den vergangenen Jahren fundamental zu überzeugen und dass sich das dann in deutlich steigenden Kursen und dementsprechend dann auch in einer hohen Marktkapitalisierung niedergeschlagen hat."

Apple legt einen rasanten Aufstieg hin

Exxon-Schild in New York (Bild: picture alliance)

Bislang Platz Eins

In der Tat hat Apple einen rasanten Aufstieg hinter sich, denn noch vor 14 Jahren steuerte das Unternehmen auf eine Pleite zu. Erst als der einst geschasste Chef Steve Jobs 1997 zu Apple zurückkam, ging es wieder bergauf. Mit dem iPod eroberte das Unternehmen das Musikgeschäft. Das iPhone krempelte die Telekom-Branche um. Das iPad, der Tablet-Computer, macht den Rivalen bis heute schwer zu schaffen.

Und nun hat Apple den Wettlauf um die Börsenspitze gewonnen. Und das, so Chris-Oliver Schickentanz, fördere ganz sicherlich das Image des Unternehmens. "Wir hatten in der Vergangenheit allerdings schon häufiger Unternehmen auf dem Börsenthron, die dann dort auch nur kurze Zeit gesessen haben, weil sie sich zu lange auf den Lorbeeren ausgeruht haben", sagt Schickentanz. Als wertvollstes börsennotiertes Unternehmen zu gelten, sollte daher auch ein Ansporn sein, in den kommenden Jahren weiterhin innovative Produkte auf den Markt zu bringen.

Börse honoriert Innovationen

Auch die Apple-Aktie entwickelte sich in den vergangenen Jahren rasant. Das Papier kostete noch vor zehn Jahren weniger als zehn Dollar. Im Frühjahr 2007 knackte Apple die 100-Dollar-Marke, einige Wochen später kam das iPhone auf den Markt. Im Sommer desselben Jahres war die Aktie dann schon 150 Dollar wert und am Jahresende 2007 fast schon 200 Dollar. Mit rund 363 Dollar wird die Aktie heute gehandelt – trotz Finanzmarktkrise und Turbulenzen an der Börse.

iPad (Foto: AP)

Begehrt: iPad von Apple

Welches Unternehmen das wertvollste ist, zeigt häufig, was für die Verbraucher von großer Bedeutung ist, sagt Chris-Oliver Schickentanz von der Commerzbank: "Eigentlich ist es wirklich verwunderlich, denn Apple ist ja sehr stark von den Konsumenten abhängig. Und man würde ja jetzt eigentlich sagen: Angesichts der ganzen konjunkturellen Sorgen, die wir auf der Welt haben, angesichts hoher Arbeitslosenquoten, müsste doch eigentlich gerade so ein Wert, der von Endverbrauchern abhängt, stärker leiden."

Das scheine aber bei Apple nicht der Fall zu sein, weil, so Schickentanz weiter, das Unternehmen eine Sonderstellung habe: "Es hat bewiesen, dass man auf Grund der guten Produktqualität, des hervorragenden Images auch in schwierigen Zeiten seine Produkte an den Konsumenten bringt." Und das sei sicherlich auch etwas, was die Börse mit den Kursen honoriere.

Deutsche Konzerne nicht in der ersten Liga

Apple und dem Ölgiganten Exxon folgen im Börsenwert zwei chinesische Unternehmen, PetroChina, mit rund 275 Milliarden Dollar, und die Bank of China, 225 Milliarden Dollar. Als europäische Unternehmen sind der Schweizer Nahrungsmittelkonzern Nestlé, rund 205 Milliarden Dollar und der britische Ölkonzern Shell mit 194 Milliarden unter den ersten zehn wertvollsten Konzernen. Deutschlands börsennotierte Unternehmen spielen in der ersten Liga nicht mit. Siemens rangiert auf Platz 52, mit einem Börsenwert von 92 Milliarden Dollar, und Volkswagen auf Rang 76, mit 72 Milliarden Dollar.

Autorin: Monika Lohmüller (dapd)
Redaktion: Thomas Latschan

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