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Politik

Appelle und Forderungen am Welt-Aids-Tag

Anlässlich des Welt-Aids-Tages haben Politiker und Organisationen vor Nachlässigkeit im Kampf gegen die Immunschwäche-Krankheit gewarnt. Weltweit sind nach UN-Angaben bereits mehr als 33 Millionen Menschen HIV-infiziert.

Plakat Weltaidstag (Foto: AP)

Der deutsche Gesundheitsminister Philipp Rösler rief zur internationalen Solidarität mit den Aids-Kranken in aller Welt auf. Zugleich wies er auf die Bedeutung einer wirksamen Aids-Prophylaxe hin.

Philipp Rösler (Foto: dpa)

Philipp Rösler

An die Bürger Deutschlands appellierte Rösler, den Schutz vor Aids nicht zu vernächlässigen. "Kondome schützen, das gilt seit mehr als 20 Jahren", betonte der Minister. In Deutschland zeigen die vielen Aufklärungskampagnen jedenfalls Wirkung: Mit etwa 3000 HIV-Neuinfektionen pro Jahr habe Deutschland die niedrigste Rate in Westeuropa, berichtete Rösler.

Dramtische Lage für Kinder

Die Vereinten Nationen machten insbesondere auf die Situation HIV-infizierter Kinder aufmerksam. Trotz vieler Fortschritte in den vergangenen Jahren werde nur jedes dritte Baby einer HIV-infizierten Mutter vor einer Übertragung des Virus geschützt - im Süden Afrikas sogar nur jedes zehnte Kind.

HIV-infizierte Kinder in China (Foto: AP)

HIV-infizierte Kinder in China

"Die am stärksten betroffenen Länder sind bis heute nicht in der Lage, die Aids-Epidemie aus eigener Kraft wirksam zu bekämpfen", betonte die Geschäftsführerin des UN-Kinderhilfswerks UNICEF in Deutschland, Regine Stachelhaus. Es sei zu befürchten, dass die weltweite Wirtschaftskrise die Auswirkungen der Aids-Epidemie auf Kinder und Jugendliche in Entwicklungsländern sogar noch verschärfe.

Derzeit leben weltweit mehr als zwei Millionen Kinder mit dem tödlichen Virus, im vergangenen Jahr starben 280.000 Kinder an den Folgen von Aids. Schätzungsweise fast 18 Millionen Kinder haben einen oder beide Elternteile durch Aids verloren.

Zu wenig Hilfsgelder

Ebenso wie UNICEF verlangt auch die Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (DSW) mehr Geld für Präventionsmaßnahmen. Insbesondere im südlichen Afrika, wo es im Jahr 2008 mehr als 70 Prozent aller Neuinfektionen gegeben habe und drei Viertel der jährlich zwei Millionen Aids-Toten zu beklagen seien, müsse die Prävention weiter vorangetrieben werden.

Mehrere Hilfsorganisationen drängen zudem auf einen verstärkten Kampf gegen sexuelle Gewalt und die Diskriminierung von Mädchen und Frauen. "Nur wenn sie keiner Gewalt ausgesetzt sind und ihre Sexualität selbst bestimmen, können sie sich, ihre zukünftigen Partner und Kinder wirksam vor HIV schützen", sagte etwa die Geschäftsführerin von "Plan Deutschland", Marianne Raven.

Die Hilfsorganisation "Ärzte ohne Grenzen" forderte Pharmafirmen auf, ihre Patente in größerem Umfang Herstellern von kostengünstigen Nachahmerprodukten zugänglich zu machen. "Mithilfe dieser Patente können lebensnotwendige Medikamente entwickelt und zu erschwinglichen Preisen als Generika produziert werden", erklärte die Organisation.

Menschen formieren sich in Taipeh zu einer Aids-Schleife (Foto: AP)

Aufmerksamkeit erregen: Eine Aktion von Anti-Aids-Aktivisten in Taiwans Hauptstadt Taipeh

"Aufklärung - Schutz - Solidarität"

Der Welt-Aids-Tag war von der Weltgesundheitsorganisation WHO erstmals 1988 ausgerufen worden. Seitdem wird er alljährlich am 1. Dezember begangen. Weltweit machen Organisationen mit Aktionen, Informationsveranstaltungen und Benefiz-Abenden auf die Krankheit aufmerksam.

Autor: Christian Walz
Redaktion: Herbert Peckmann

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