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Politik

Appelle an Geiselnehmer

Kurz vor dem mutmaßlichen Ablauf des Ultimatums wenden sich Außenminister Steinmeier, Bundespräsident Köhler und die Spitzenverbände der deutschen Wirtschaft an die Entführer der deutschen Ingenieure im Irak.

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Hofft noch auf ein glimpfliches Ende des Geiseldramas: Frank-Walter Steinmeier

Die Spitzen des deutschen Staates und der Wirtschaft haben sich am Freitag (3.2.2006) für die beiden entführten Ingenieure im Irak eingesetzt. Bundespräsident Horst Köhler und die Spitzenverbände der deutschen Wirtschaft baten ebenso um ihre Freilassung wie Außenminister Frank-Walter Steinmeier, der sich in einer Fernsehbotschaft an die Entführer wandte. Steinmeiers Aufruf wurde vom ZDF aufgezeichnet und sollte am Freitagnachmittag vom arabischen Sender Al Dschasira ausgestrahlt werden.

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In einem am Dienstagabend (31.1.2006) veröffentlichten Video hatten die Entführer mit dem Tod ihrer Geiseln gedroht und der Bundesregierung eine Frist von 72 Stunden gesetzt, ihre politischen Forderungen zu erfüllen. Die Bundesregierung wollte nicht darüber spekulieren, wann die Frist begonnen habe und ablaufen könnte. Vom Zeitpunkt der Ausstrahlung an gerechnet, würde sie Freitagabend ablaufen.

Steinmeier zeigte sich besorgt, dass der internationale Streit um die dänischen Mohammed-Karikaturen die Bemühungen um eine Freilassung der deutschen Geiseln belasten könnte.

Arbeitgeber der Ingenieure appelliert in DW-TV an Entführer

Auch der Arbeitgeber der im Irak verschleppten Ingenieure, Cryotec-Firmenchef Peter Bienert, hat sich in einem Fernsehappell an die Entführer gewandt. "Wir haben die Iraker als stolzes und ehrliches Volk kennen gelernt und als zivilisiertes Volk, das Unterdrückung und Aggression nicht akzeptiert - nicht gegen sich selbst und nicht gegen andere", heißt es in dem vom deutschen Auslandsfernsehen DW-TV am Freitag ausgestrahlten Aufruf.

Bundespräsident Horst Köhler betrachtet die Entführung "mit größter Sorge". Er bete für ein glückliches Ende der Geiselnahme. Und auch die Spitzenverbände der deutschen Wirtschaft DIHK, BDI, ZDH, BDA und BGA appellieren in einer gemeinsamen Erklärung an alle Bürger im Irak, Einfluss auf die Entführer zu nehmen und sich für den Schutz der deutschen Geiseln einzusetzen.

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Steinmeier zufolge hat die Bundesregierung immer noch keinen direkten Kontakt zu den Geiselnehmern. Es gebe keinen neuen Erkenntnisstand, berichtete der stellvertretende Regierungssprecher Thomas Steg am Freitag.

Die beiden Ingenieure einer Firma bei Leipzig waren am 24. Januar 2006 in der Region von Baidschi nördlich von Bagdad verschleppt worden. Ihre Mütter hatten am Donnerstagabend (2.2.2006) über das Fernsehen um Gnade für ihre Söhne gebeten. (ana)

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