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Deutschland

AOL verabschiedet sich aus Deutschland

Der Onlinedienst AOL schließt alle seine Filialen in Deutschland, 140 Stellen fallen dadurch weg. Die Standorte in Spanien und Schweden machen ebenfalls dicht. E-Mail-Adressen sowie das Portal aol.de bleiben erhalten.

Das neue AOL-Logo (Foto: AOL)

AOL verlässt Deutschland

Der Internet-Dienstleister AOL verlässt den deutschen Markt und schließt damit die vier Niederlassungen in Hamburg, Düsseldorf, Frankfurt und München, bestätigte Pressesprecher der AOL Deutschland, Thomas Knorpp, am Dienstag (12.01.2010). Das bedeutet den Jobverlust für 140 Menschen - zahlreiche Mitarbeiter des Hamburger Unternehmens haben bereits die Kündigung erhalten. Über deren Zukunft werde der Betriebsrat nun in den nächsten Monaten verhandeln, um über alternative Beschäftigungsmöglichkeiten und Abfindungen zu sprechen.

Die deutsche Tochter des US-amerikanischen Onlinedienstes Adtech mit Sitz in Hessen sei von der umfassenden Umstrukturierung des Unternehmens nicht betroffen und werde weiter ausgebaut, ergänzte Firmensprecher Knorpp.

Konsequenzen auch in weiteren Ländern

AOL-Internetkunden (Foto: AP)

AOL-Kunden werden auch weiterhin betreut

Weitere europäische AOL-Standorte sind ebenfalls betroffen. Die Dependancen in Spanien, Schweden und Finnland schließen ihre Pforten. Für AOL Frankreich laufen noch die Verhandlungen, in Großbritannien werden massiv Arbeitsplätze reduziert, das Geschäft selbst wird fortgeführt.

Die Kunden in Deutschland blieben weiter "Kunden eines internationalen Angebots", betonte Knorpp. AOL werde weiterhin den Medienplayer "Winamp" in deutscher Sprache anbieten, den AOL Instant Messenger, die AOL-E-Mail-Adressen sowie das Internetportal aol.de, allerdings in einer "Light-Version" mit der Betreuung eines Teams außerhalb von Deutschland.

Hart umkämpfter Werbemarkt

Mit dem Verkauf seines Zugangsgeschäfts an die Hamburger Hansenet im Jahr 2006 hatte sich AOL Deutschland auf die Bereiche Internetportale und der Vermarktung von Werbung und Inhalten konzentriert. Nun wird auch das deutsche Werbenetzwerk "AOL Media Netzwerk" geschlossen. Laut Zahlen der "Arbeitsgemeinschaft Online Forschung" erreicht der Anbieter monatlich 16,7 Millionen Nutzer und ist damit der fünftgrößte Anbieter in Deutschland. AOL wird seinen Kunden bei der Suche eines neuen Werbenetzwerkes zur Hilfe schreiten und die Verträge erfüllen.

AOL war im Dezember vom weltgrößten Medienkonzern Time Warner abgespalten worden und hatte angekündigt, rund 2500 Arbeitsplätze zu streichen. Weltweit beschäftigt AOL, das den Zugang ins globale Computernetzwerk zum Massengeschäft gemacht hat, 6.900 Mitarbeiter. Mit dem Stellenabbau sollen rund 300 Millionen Dollar (200 Millionen Euro) eingespart werden.

Autorin: Nasirah Raoufi (apn, dpa, rtr)

Redaktion: Dirk Eckert

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