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Wirtschaft

AOL kündigt Entlassungen an

Der Online-Dienst AOL will sich im nächsten halben Jahr weltweit von etwa einem Viertel seiner Mitarbeiter trennen. Durch Restrukturierungsmaßnahmen und neue Strategien soll die Time Warner-Tocher wieder gesunden.

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Bei AOL Time Warner in New York wird umstrukturiert

In den nächsten sechs Monaten will der amerikanische Online-Dienst AOL rund ein Viertel seiner Arbeitsplätze streichen. Einer AOL-Sprecherin zufolge würden "wahrscheinlich" rund 5000 Angestellte das Unternehmen in diesem Zeitraum verlassen. Derzeit beschäftigt die Time Warner-Tochter weltweit rund 19.000 Menschen, die meisten von ihnen in den USA. Betroffen sein könnte auch eine noch nicht bekannte Zahl von Mitarbeitern in Europa.

Verkauf des Zugangsgeschäfts in Europa

Grund für die angekündigten Entlassungen ist vor allem die geplante Aufgabe des Internet-Zugangsgeschäfts in Europa. AOL-Chef Jonathan Miller rechnet mit einem Verkauf bis zum Herbst. "Das Verkaufsverfahren, das unser Geschäft in Großbritannien, Deutschland und Frankreich getrennt erfasst, macht Fortschritte", sagte Miller am Mittwoch (2.8.2006). AOL beschäftigt in diesem Bereich rund 3000 Menschen. Der Konzern betonte aber, dass derzeit noch nicht klar sei, ob sie nach dem Verkauf tatsächlich ihre Arbeitsplätze verlieren würden. AOL versuche, dass sie von Käufern des Geschäfts übernommen würden. "Da die Verhandlungen noch laufen, kann man im Augenblick nicht sagen, wie sich ein Verkauf auswirken wird", sagte ein Sprecher in Hamburg. Wie viele der 1500 Mitarbeiter in Deutschland im Zugangsgeschäft tätig sind, könne allerdings er nicht sagen, teilte der Sprecher am Freitag (4.8.2006) mit. Über Kürzungen in anderen Bereichen von AOL Deutschland werde derzeit aber nicht diskutiert.

Für das Zugangsgeschäft von AOL Deutschland sind im Moment die Internet-Anbieter Freenet und United Internet sowie die die Telekom-Anbieter Telecom Italia, KPN und Versatel im Gespräch. Diese fünf seien in die nächste Bieterrunde aufgenommen worden, erklärte AOL. Für das britische Zugangsgeschäft böten BSkyB, Orange und Carphone Warehouse. In Frankreich werde exklusiv mit Neuf Cegetel verhandelt, hieß es in den Kreisen. Die Verhandlungen seien nach AOL-Kreisen so gut wie abgeschlossen und die Mitarbeiter würden vom Käufer übernommen.

Konzernmutter Time Warner hatte ebenfalls am Mittwoch erklärt, man werde für strukturelle Veränderungen bei AOL bis 2007 bis zu 350 Millionen Dollar ausgeben. Gleichzeitig will AOL seine Betriebskosten für das kommende Jahr um mehr als eine Milliarde Dollar senken.

E-Mail jetzt auch bei AOL kostenlos

Zuvor hatte AOL angekündigt, man wolle seinen Breitbandkunden keine Gebühren mehr für E-Mail- und andere Internetdienste berechnen. Damit will der Dienst mehr Besucher auf seine Seiten locken und mit Werbung Geld verdienen. Außerdem sollen Kunden ihre E-Mail-Adresse bei AOL behalten können, während sie über einen anderen Anbieter ins Netz gehen. AOL hatte viele seiner Kunden an Konkurrenten wie Google und Yahoo verloren, die diese Dienste schon lange umsonst anbieten.

AOL hat seine Werbeeinnahmen im abgelaufenen Quartal bereits um 40 Prozent gesteigert. AOL war zuletzt das Sorgenkind von Time Warner und trägt entscheidend zum Schicksal des Konzerns bei. Der weltgrößte Medienkonzern verdiente netto eine Milliarde Dollar, nachdem er im Vorjahr noch über 400 Millionen Dollar Verlust verbucht hatte. (mit)

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