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Musik

Antisemitismus-Vorwürfe gegen Roger Waters

Er ist offener Unterstützer einer Israel-Boykottbewegung und hält auch sonst nicht mit seiner Meinung über Israels Politik hinterm Berg. Anlass für die ARD, die Konzerte des Pink Floyd-Musikers nicht zu zeigen.

Marek Lieberberg, Chef von Roger Waters' Tourveranstalter Live Nation, bezeichnete das Verhalten der ARD-Sender am Dienstag (28.11.2017) in einem Zeitungsinterview als "absolut lächerlich". Waters habe eine bedenkliche private Meinung zu Israel. Er sei offen Mitglied einer Boykottbewegung, die Lieberberg ablehne. "Aber ich kann und will ihm sein Recht auf Meinungsfreiheit nicht bestreiten", sagte der Musikmanager, der selbst ein Kind von Holocaust-Überlebenden ist. 

Damit reagierte er auf die Entscheidung der deutschen öffentlich-rechtlichen Sender RBB (Rundfunk Berlin-Brandenburg), WDR (Westdeutscher Rundfunk), NDR (Norddeutscher Rundfunk), SWR (Südwest Rundfunk) und BR (Bayerischer Rundfunk), Roger Waters' Deutschland-Konzerte im Sommer 2018 nicht auszustrahlen. Der Grund seien die Antisemitismus-Vorwürfe gegen Waters, teilte der RBB am Montag mit.

"Wichtiges Signal an jüdische Gemeinden"

Der Sender setze damit auch ein Zeichen gegen die Boykott-Aufrufe des Sängers zu Israel-Auftritten anderer Künstler. "Hier klar Position zu beziehen, ist für den RBB ein wichtiges Signal auch an die jüdischen Gemeinden in Berlin und Brandenburg", erklärte Intendantin Patricia Schlesinger. 

Roger Waters spielt auf der Bühne Gitarre. (Foto: Imago/ZumaPress)

Roger Waters bei einem Konzert 2017 in Toronto - Mit Pink Floyd schrieb er Musikgeschichte

Roger Waters, Mitbegründer der Rockband Pink Floyd, rief bereits mehrfach zum Boykott Israels auf. Bei einem Konzert ließ er einst Ballons in Schweineform aufsteigen, auf denen neben anderen Symbolen wie dem Kruzifix auch der Davidstern zu sehen war. Zudem gilt er als Unterstützer der transnationalen BDS-Bewegung (Boycott, Divestment and Sanctions), die sich für Sanktionen und einen Boykott Israels aufgrund der Palästinenserpolitik der israelischen Regierung einsetzt.

"Waters' Werk nicht antisemitisch"

Konzertveranstalter Lieberberg griff die Öffentlich-Rechtlichen für ihre Entscheidung, Waters' Konzerte nicht zeigen zu wollen, scharf an: "Wenn die Öffentlich-Rechtlichen einen Beitrag leisten möchten, fände ich es beispielhaft, wenn vor allen Beiträgen über Luther oder Wagner-Aufführungen auf die teilweise blutrünstigen antisemitischen Theorien dieser Herrn hingewiesen würde. Da gäbe es wirklich Nachholbedarf." Demgegenüber sei das künstlerische Werk von Roger Waters weder antisemitisch oder anti-jüdisch. Und: "Der Kanon von Roger Waters und Pink Floyd ist und bleibt genial."

Im kommenden Jahr wird der 74-jährige Musiker mit seiner "Us + Them"-Tour insgesamt fünf deutsche Städte besuchen: Berlin, Hamburg, Köln, Mannheim und München. 

bb/suc (dpa, epd)

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