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Wissen & Umwelt

Antike Liebesratgeber entdeckt

Bei Grabungen des Deutschen Archäologischen Instituts im Südwesten der Türkei oberhalb des Dorfes Incealiler wurden neue Teile der berühmten steinernen Inschrift des Diogenes entdeckt – mit ungewöhnlichem Inhalt. Wie Martin Bachmann vom Deutschen Archäologischen Institut mitteilt, handelt es sich bei dem neuen Fund um Liebes- und Lebensratgeber des griechischen Philosophen.

Steinerne Inschrift des Diogenes (Foto: Deutsches Archäologisches Institut)

Tipps für eheliche Treue - in Stein gehauen.

"Der bloße Anblick des begehrten Menschen bereitet auch ohne Geschlechtsverkehr die höchste Lust. Für den Liebesakt ist es egal, ob er mit schönen oder hässlichen Körpern vollzogen wird." Die pikanten Ratschläge des Diogenes wurden zweihundert Jahre nach Christus gut lesbar in eine Steinmauer der antike Stadt Oinoanda gemeißelt. Wohl, damit seine liebeskranken Zeitgenossen nicht auf dumme Gedanken kamen, wie Bachmann vermutet.

Entweder hatten die Bewohner der antiken Stadt in Kleinasien Belehrungen besonders nötig, oder der bekannte Philosoph hatte ein großes Mitteilungsbedürfnis: zirka 30.000 Worte umfasste die gesamte Inschrift und war 60 bis 80 Meter lang. Die Hinterlassenschaft des Philosophen gilt als die größte Inschrift der antiken Welt. Die beschrifteten Steine wurden in Fragmenten über die ganze Stadt verteilt und später verschüttet, als die Steine zu Baumaterial umfunktioniert wurde. Bisher wurden über 200 Fragmente geborgen.

Diogenes von Oinoanda war ein antiker griechischer Autor aus der Stadt Oinoanda in Lykien (Kleinasien). Nicht zu verwechseln mit dem Philosophen Diogenes von Sinope, der fünfhundert Jahre vorher in Athen lebte – wenn auch nicht in einer Tonne, wie oft behauptet wird. Diogenes war ein in der Antike durchaus gebräuchlicher griechischer Philosophen-Name und bedeutet "Zeus (=Gott) entsprossen". (uw/ht/idw)

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