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Aktuell Europa

Anti-Terror-Einsatz: Festnahmen in Athen

Vermutungen, der flüchtige Chef der ausgehobenen Islamistenzelle in Belgien sei in Griechenland gefasst worden, haben sich nicht erhärtet. In Deutschland gehen die Behörden weiter Hinweisen auf mögliche Anschläge nach.

Die jüngsten Festnahmen bei Anti-Terror-Einsätzen der Polizei in Griechenland (das Artikelbild zeigt Mitglieder der Spezialeinheit) stehen nach Angaben der Staatsanwaltschaft Brüssel nicht in Zusammenhang mit den vereitelten Anschlagsplänen in Belgien. Beide Fälle hätten nichts miteinander zu tun, erklärte der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Eric van der Sypt. Dies habe eine Prüfung der griechischen Ermittlungsergebnisse ergeben.

Mehrere Festnnahmen

Aus dem Polizeipräsidium in Athen hatte es zuvor auf Anfrage der Deutschen Presseagentur, dpa, geheißen, dass am Abend des Polizeieinsatzes im ostbelgischen Verviers ein Amtshilfeersuchen der dortigen Polizei eingegangen sei. Seither würden Personen sowie Informationen überprüft. Medienberichten zufolge wurden in Griechenland vier mutmaßliche islamistische Extremisten festgenommen. Bei einem von ihnen sollte es sich um den mutmaßlichen Anführer der in Belgien enttarnten Terrorzelle, Abdelhamid Abaaoud, handeln.

In Verviers unweit der deutschen Grenze hatte die Polizei am Donnerstag bei einem Einsatz gegen mutmaßliche Islamisten zwei Verdächtige erschossen. Die Gruppe hatte nach Erkenntnissen der Ermittler unmittelbar bevorstehende Anschläge auf Polizisten geplant. Nach dem Einsatz in Verviers nahm die Polizei bei Razzien im Großraum Brüssel insgesamt 15 mutmaßliche Extremisten fest. Einige der Verdächtigen sollen erst kürzlich aus Syrien zurückgekehrt sein.

Objektschutz durch Soldaten

In Belgien herrscht weiter Alarmzustand. Erstmals seit den 1980er Jahren werden Soldaten im Inland eingesetzt. Bis zu 300 Armeeangehörige seien zum Schutz besonders gefährdeter Einrichtungen abgestellt, um die Polizei zu unterstützen, teilte das Verteidigungsministerium in Brüssel mit.

Die Maßnahme gelte bis mindestens Donnerstag. Dann werde überprüft, ob die zweithöchste Terror-Warnstufe beibehalten werde. Zu den Schutzobjekten gehören jüdische Einrichtungen, die Botschaften der USA und Israels sowie die NATO und die EU-Einrichtungen.

Die zwei am Freitag bei einer Razzia in Berlin festgenommenen mutmaßlichen Islamisten sind nach Informationen vorn "Bild am Sonntag" offenbar für Anschläge in Syrien verantwortlich. Wie das Blatt berichtet, sollen die beiden Türken unter anderem im vergangenen Jahr an der Finanzierung eines Anschlags auf syrische Soldaten beteiligt gewesen sein. Dabei sei ein Lastwagen mit Stahlplatten verstärkt und in eine Kaserne manövriert worden. Mit dem selbstgebauten Panzer hätten die Islamisten mehrere Menschen getötet, schrieb die "BamS" weiter.

Die deutschen Sicherheitsbehörden gehen Hinweisen auf mögliche Anschlagziele islamistischer Terroristen weiter mit Hochdruck nach. Die von ausländischen Nachrichtendiensten weitergeleiteten Meldungen, in denen die Hauptbahnhöfe in Berlin und Dresden als mögliche Ziele genannt werden, seien noch nicht verifiziert, erklärten Sicherheitskreise nach Angaben von dpa.

wl/sti (dpa, afp, rtr)