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Aktuell Europa

Anti-Terror Einsatz: Bis zu 300 Soldaten in Belgien

Europäische Länder verschärfen ihren Einsatz gegen Terroristen: Belgien stationiert hunderte Soldaten an gefährdeten Orten. In Athen sollen vier Terrorverdächtige mit Verbindungen nach Belgien festgenommen worden sein.

Schrittweise sollen in den beiden größten belgischen Städten Brüssel und Antwerpen bis zu 300 Soldaten stationiert werden, hieß es in einer Mitteilung der Regierung. Es ist das erste Mal seit 30 Jahren, dass in Belgien Spezialeinheiten der Armee zur inneren Sicherheit eingesetzt werden. "Die mobilisierten Truppen sind bewaffnet, und ihre Hauptaufgabe ist es, bestimmte Standorte zu überwachen", hieß es in der Erklärung weiter.

Möglicherweise sollen auch Truppen im ostbelgischen Verviers stationiert werden. Dort waren am Donnerstagabend zwei Terrorverdächtige bei einem Schusswechsel mit der Polizei getötet worden. Danach nahmen die belgischen Beamten insgesamt 13 Personen fest. Fünf Verdächtige waren bis Freitagabend vor den Haftrichter gekommen. Drei von ihnen wurden in Untersuchungshaft genommen und zwei unter Auflagen freigelassen. Die Terrorzelle soll Anschläge auf die Polizei geplant haben.

Fahndung nach mutmaßlichem Kopf von belgischer Zelle

Medienberichten zufolge sollen Ermittler den mutmaßlichen Kopf der ausgehobenen Islamistenzelle identifiziert haben. Wie die Zeitung "La Dernière Heure" berichtete, fahnden belgische Ermittler zusammen mit der US-Bundespolizei FBI nach dem 27-jährigen Abdelhamid Abaaoud.

Der Belgier mit marokkanischen Wurzeln soll "Auftraggeber und Chef" der Islamistenzelle sein, berichtet die Zeitung. Er wuchs im Brüsseler Stadtteil Molenbeek auf und soll sich der Dschihadistenorganisation "Islamischer Staat" (IS) angeschlossen haben. Laut Medienberichten könnte sich Abaaoud in Griechenland oder der Türkei aufhalten. Die belgische Generalstaatsanwaltschaft wollte die Berichte auf Anfrage weder bestätigen noch dementieren.

Festnahmen in Athen ...

Im Zusammenhang mit den vereitelten islamistischen Anschlägen in Belgien sind in Griechenland nach Angaben aus Polizeikreisen mindestens vier Verdächtige festgenommen worden. Die griechische Anti-Terror-Polizei prüft nach Informationen mehrerer Nachrichtenagenturen derzeit, ob unter den Gefassten der mutmaßliche Anführer der Islamistenzelle von Verviers ist.

Bereits am Freitag hatten Beamte einer Anti-Terroreinheit in Großbritannien zugeschlagen: Am Londoner Flughafen Stansted nahmen sie eine 18-jährige unter Terrorverdacht stehende Frau fest. Das teilte die Metropolitan Police auf Twitter mit. Die Frau war von einer Reise zurückgekehrt und in Stansted gelandet. Sie soll Mitglied einer Terrororganisation sein.

... und in Marokko

Auch Marokko meldet einen Ermittlungserfolg gegen Islamisten. Das Innenministerium des nordafrikanischen Landes teilte mit, die Sicherheitsbehörden hätten eine Extremisten-Zelle mit Kontakten zum IS zerschlagen. Die acht Mitglieder seien in mehreren Städten aktiv gewesen und hätten Kämpfer in den Irak und nach Syrien geschickt. Den Marokkanern sei dort der Umgang mit Waffen und die Herstellung von Sprengsätzen beigebracht worden.

Terrorist von Paris anonym beigesetzt

Einer der beiden Attentäter, die das Satiremagazin "Charlie Hebdo" in Paris überfallen hatten, ist am Freitag in Reims anonym beigesetzt worden. Es handelt sich um Saïd Kouachi, dem älteren der beiden Terrorbrüder. Das berichtete France TV unter Berufung auf die Verwaltung der nordöstlich von Paris gelegenen Stadt.

Die Pariser-Attentäter Said Kouachi (links) und sein Bruder Cherif Kouachi (Foto: Direction centrale de la Police judiciaire via Getty Images)

Die Pariser-Attentäter Said Kouachi (links) und sein Bruder Cherif Kouachi

Kouachi habe zwei Jahre in dem Ort gewohnt, deswegen habe die Beerdigung dort nicht verweigert werden können, hieß es. Mit der Beisetzung in einem anonymen Grab solle verhindert werden, dass der Ort zu einer Pilgerstätte für Fanatiker werde. Der jüngere Bruder Chérif Kouachi soll nach Medienberichten ebenfalls anonym in Gennevilliers im Norden von Paris beerdigt werden.

Im Fall des dritten Terroristen Amedy Coulibaly, den Geiselnehmer im koscheren Supermarkt, sollen die Angehörigen noch nicht über dessen Beisetzung entschieden haben. Er lebte in Grigny südlich von Paris. Bei den Anschlägen und Geiselnahmen in Frankreich hatten die drei Terroristen in der vergangenen Woche 17 Menschen getötet.

nem/as (dpa, afp, rtr)