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Europa

Anti-Terror-Aktion verhindert möglicherweise Video-Hinrichtung

Durch einen massiven Polizei-Einsatz ist in Großbritannien möglicherweise ein Mord im Stil "irakischer Hinrichtungen" vor den Videokameras von Terroristen verhindert worden.

Polizei in Birmingham (Quelle: AP)

Polizei: "Vorsichtshalber werden wir an den Orten der Festnahmen verstärkte Präsenz zeigen"

Neun Männer, die am frühen Mittwochmorgen (31.1.07) bei Razzien in Birmingham festgenommen wurden, wollten nach Angaben aus britischen Sicherheitskreisen mindestens eine Entführung inszenieren und ihr Opfer exekutieren. Der Plan habe kurz vor der Umsetzung gestanden, berichtete der Sender BBC. Die Ermittler durchsuchten in Birmingham - der zweitgrößten Stadt Großbritanniens - mehrere Wohnungen, die anschließend versiegelt wurden.

Die mutmaßlichen Täter sollen bereits einen jungen muslimischen Soldaten der britischen Streitkräfte, der in Afghanistan im Einsatz war, zum Opfer bestimmt haben. An der Festnahme der mutmaßlichen Terroristen war neben Anti-Terror-Einheiten der Polizei auch der Inlandsgeheimdienst MI5 beteiligt.

Neue Taktik

Ein Polizeisprecher sagte der Nachrichtenagentur Reuters, der womöglich geplante Anschlag sei nicht auf die Tötung möglichst vieler Menschen hin angelegt gewesen. "Es war kein Plan von der Art eines U-Bahn-Massenanschlags oder so." Vielmehr habe es sich um eine neue Taktik der Extremisten gehandelt.

Das Innenministerium sprach von einer "bedeutenden landesweiten Anti-Terror-Operation". Jedoch verweigerte Innenminister John Reid zunächst Angaben zu den Vorhaben der mutmaßlichen Terroristen. "Ich appelliere an die Medien, keine Informationen zu veröffentlichen, die zu Spekulationen ermutigen oder die laufenden Ermittlungen beeinträchtigen könnten", sagte Reid. Ungeachtet dessen berichteten BBC und andere Medien unter Berufung auf Sicherheitskreise, Terroristen hätten vorgehabt, erstmals auf britischem Boden eine Video-Hinrichtung zu inszenieren, wie sie bislang vor allem aus dem Irak bekannt waren.

Angst vor den eigenen Kindern

Derweil beklagten muslimische Anwohner des betroffenen Birminghamer Viertels Sparkhill eine zunehmende Radikalisierung junger Muslime. Razzien wie die am Mittwochmorgen würden vorhandene Ängste weiter schüren, sagte der Vorsteher der örtlichen Ludlow-Road-Moschee, Shabir Hussain. "Die Leute trauen inzwischen ihren eigenen Kindern nicht mehr." Nach den Festnahmen seien alle Familien der Gegend "sehr besorgt". (kas)

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