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Europäische Union

Anti-Brexit-Demonstranten rufen um Hilfe

52 zu 48 Prozent für einen EU-Austritt: So endete das Brexit-Votum im Juni 2016. Die EU-Befürworter, die nur knapp unterlagen, erhöhen ihre Lautstärke - für die Regierung zum falschen Zeitpunkt.

Zehntausende Menschen haben in der Hauptstadt London gegen den EU-Austritt Großbritanniens demonstriert. Der Protestzug führte mitten durch die Metropole bis zum Parlament. Viele Teilnehmer trugen die blaue EU-Flagge mit zwölf gelben Sternen, einige hatten sich in die Fahne eingewickelt, andere hatten das EU-Motiv auf Masken vor ihrem Gesicht.

Die Demonstranten forderten die Regierung auf, den Brexit zu überdenken und abzusagen. Der Protestzug machte auch vor dem Amtssitz von Premierministerin Theresa May in Downing Street 10 Station. Auf einem Schild stand: "Helfen Sie uns! Wir sind auf einer kleinen Insel gefangen, die von Verrückten eingenommen wurde." Unklar blieb, an wen der Appell gerichtet war. Denn von May ist in dieser Richtung wenig Hilfe zu erwarten.

Großbritannien - Pro-EU Demonstranten beim People's March for Europe against Brexit in London (Getty Images/AFP/N. Halle'n)

Wenn Big Ben wieder regulär schlägt, also 2021, wollen die Briten längst die EU verlassen haben - aber nicht alle

Unterstützt wurde die Kundgebung von Popmusiker Bob Geldorf, der bereits mehrfach als Anwärter auf den Friedensnobelpreis galt. Dem Iren wurde 1986 die zweithöchste Klasse des Order of the British Empire verliehen. Der Verdienstorden ist in etwa das Gegenstück zum deutschen Bundesverdienstkreuz.

Großbritannien plant, die Europäische Union im März 2019 zu verlassen. Die Demonstration kam für die Regierung zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt. Denn am Montag stimmt das Unterhaus erstmals über das EU-Austrittsgesetz (European Union Withdrawal Bill) ab.

People´s March for Europe London (Imago)

In oder out? Die Brexit-Gegner machen blau-gelb mobil

Auf der Grundlage dieses Gesetzes will die Regierung nach eigenem Gutdünken über 12.000 EU-Vorschriften in nationales Recht umformen. Die Opposition spricht von einem Eingriff in die Gewaltenteilung. Bei der Abstimmung dürfte zugleich die Zukunft von Premierministerin May auf dem Spiel stehen. Sie ist seit der misslungenen Neuwahl im Juni politisch angeschlagen.

Erst am Donnerstag hatte der Brüsseler Unterhändler Michel Barnier die Vorschläge aus London zum künftigen Verhältnis zwischen Irland und Nordirland vom Tisch gewischt. Dies ist einer der Hauptstreitpunkte zwischen dem Königreich und der EU. Zudem bekräftigte Barnier die Geldforderungen der EU an Großbritannien. London und Brüssel verhandeln seit Juni über die Bedingungen des Brexits, bisher allerdings ohne greifbare Ergebnisse.

jj/djo (dpa, afp)

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