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Welt

Anschlagsserie in Nigeria hält an

Erneut hat die islamistische Sekte Boko Haram Anschläge im Norden Nigerias verübt. Dabei wurden mindestens 13 Menschen getötet. Hunderte Menschen flohen, als sich ihre Kämpfer Gefechte mit Sicherheitskräften lieferten.

Anschlag auf eine Kirche in Nigeria an Weihnachten (Foto: dpa)

In Nigeria reißt die Welle der religiös motivierten Gewalt nicht ab

In Nigeria machen religiöse Fanatiker weiter Jagd auf Menschen. Bei neuen Angriffen sind in der Nacht zum Samstag mindestens 13 Menschen getötet worden. Wie die Polizei mitteilte, fanden die Attacken an zwei verschiedenen Orten im Nordosten des Landes statt. Im Staat Adamawa stürmten den Angaben zufolge mutmaßliche Kämpfer der islamistischen Sekte Boko Haram eine Kirche und töteten acht Gläubige. Im Staat Yobe sei es zu einer Schießerei zwischen Mitgliedern der Sekte und der Polizei gekommen.

Bei Gefechten zwischen Kämpfern der Sekte und Sicherheitskräften in der Stadt Potiskum seien mehrere Menschen getötet und verletzt worden, sagte ein Polizeivertreter. Zur genauen Zahl der Opfer konnte er zunächst jedoch keine Angaben machen. Wie Augenzeugen sagten, flohen hunderte Menschen aus den Wohnvierteln rund um das Polizeipräsidium. Die Angreifer hatten das Polizeigebäude noch am Freitag mit Schusswaffen und Sprengsätzen attackiert.

Menschen auf der Flucht

Am Samstag bezogen zahlreiche Soldaten am Polizeipräsidium Stellung, wo weiterhin Schüsse zu hören waren. Wie ein Anwohner sagte, verließen so gut wie alle Bewohner der umliegenden Stadtviertel die Gegend und kamen zunächst bei Verwandten und Freunden unter. Ein weiterer Anwohner sagte, die Menschen hätten Angst vor Razzien der Polizei. In der Stadt Maiduguri sollen Polizisten nach Anschlägen von Boko Haram Häuser niedergebrannt und Bewohner erschossen haben, denen sie Komplizenschaft vorwarfen.

In Nigeria hat es in den vergangenen Wochen und Tagen vermehrt Angriffe auf Christen gegeben, zu denen sich ebenfalls Boko Haram bekannte. Seit Donnerstagabend wurden im weitgehend muslimischen Norden des Landes etwa 30 Christen getötet, davon 17 bei einem Überfall auf Trauergäste in der Stadt Mubi am Freitag.

An Weihnachten waren bereits bei mehreren Anschlägen auf Christen mindestens 49 Menschen getötet worden. Zuletzt hatte die Sekte Christen im weitgehend muslimischen Norden des Landes gedroht und diese aufgefordert, binnen drei Tagen die Region zu verlassen. Einen Tag vor Ablauf des Ultimatums am Sonntag rief Präsident Goodluck Jonathan in einigen Regionen den Ausnahmezustand aus. Die radikalen Islamisten kämpfen dafür, landesweit das islamische Rechtsystem der Scharia einzuführen.

Autorin: Naima El Moussaoui (dapd, afp)
Redaktion: Gerhard M Friese

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