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Aktuell Welt

Anschlagsserie in Kabul und mehreren Provinzen

In Afghanistan haben Taliban in einer koordinierten Aktion Ziele in der Hauptstadt Kabul und anderen Städten angegriffen. Die Rebellen sprachen vom Beginn ihrer Frühjahrsoffensive. Über Todesopfer ist nichts bekannt.

Die ersten Meldungen kamen kurz nach 11 Uhr MESZ. Anwohner berichteten von Explosionen und Schüssen im Botschaftsviertel in der Innenstadt. In der betroffenen Gegend liegen unter anderem die deutsche und die britische Botschaft, der Präsidentenpalast und ein US-Militärlager. Ein Sprecher des Innenministeriums erklärte: "Bewaffnete Aufständische haben in zwei Gegenden in Kabul Angriffe begonnen. Wir haben die Gegend umstellt und eine große Anzahl Sicherheitskräfte eingesetzt."

Rauch steigt über dem Gebäude der britischen Botschaft in Kabul auf. Foto: Reuters

Rauch über dem Botschaftsviertel in der Hauptstadt

Todesopfer oder eine größere Zahl von Verletzten hat es offenbar nicht gegeben. In einigen Agenturberichten hieß es, bei einem Selbstmordanschlag am Flughafen von Dschalalabad hätten mehrere Menschen Verletzungen erlitten. Nach Polizeiangaben wurde in Kabul ein Angreifer getötet.

Die radikal-islamischen Taliban übernahmen inzwischen die Verantwortung für die Aktionen. Ein Sprecher der Rebellen erklärte, es handele sich um den Beginn der Frühjahrsoffensive. Dutzende Kämpfer seien an den Aktionen beteiligt gewesen. In ersten Meldungen war auch die Rede davon, dass bewaffnete Kräfte versucht hätten, in das Parlamentsgebäude und in ein Hotel in der Hauptstadt einzudringen.

Auch deutsche Botschaft betroffen

Eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes bestätigte, dass es auf dem Gelände der deutschen Botschaft Beschädigungen gebe. Die US-Botschaft löste nach Agenturberichten Alarm aus und forderte ihre Mitarbeiter auf, sich in Sicherheit zu bringen. Die amerikanische Botschaft war zuletzt Ende September das Ziel eines Angriffs.

Nach Angaben der Behörden waren - außer in Kabul und Dschalalabad - mehrere Ziele in den Provinzen Logar und Paktia von den Angriffen betroffen. In Geheimdienstkreisen hieß es, zwei mit Sprengstoff bewaffnete Männer und ein weiterer Angreifer hätten das Haus von Mohammed Karim Chalili im Visier gehabt, einem der Stellvertreter von Präsident Hamid Karsai. Sie seien aber rechtzeitig gefasst worden.

ml/qu (AFP,rtr,dpa,dapd)