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Europa

Anschlagsserie erschüttert Mallorca

Terror in der Touristenhochburg: Binnen weniger Stunden gingen in Palma de Mallorca drei Sprengsätze hoch. Es wurde aber niemand verletzt. Die baskische ETA hatte vor neuen Anschlägen gewarnt.

Sicherheitskräfte untersuchen den zweiten Tatort in Palma (Foto: dpa)

Sicherheitskräfte untersuchen den zweiten Tatort in Palma

Mitten in der Hochsaison ist die spanische Balearen-Insel Mallorca am Sonntag (09.08.2008) von drei Bombenexplosionen erschüttert worden. Erst gingen zwei Sprengsätze in Restaurants am Stadtrand der Inselhauptstadt Palma de Mallorca hoch, dann eine weitere Bombe in einem unterirdischen Einkaufszentrum im Zentrum der Stadt. Nach Angaben der Polizei wurde niemand verletzt. Es entstand jeweils nur geringer Sachschaden.

Zuvor hatte die baskische Untergrundorganisation ETA durch einen Anruf bei einem Taxi-Unternehmen eine Warnung vor den Anschlägen gegeben. Sie soll dabei vor insgesamt drei Bomben gewarnt haben.

Das Auswärtige Amt in Berlin empfahl Reisenden, sich umsichtig zu verhalten und Menschenansammlungen auf der Mittelmeerinsel zu vermeiden. Durch Sicherheitsmaßnahmen der spanischen Behörden könne es erneut zu Beeinträchtigungen kommen. Bei Fragen sollten sich Urlauber an den Reiseveranstalter oder ihre Fluggesellschaft wenden. Das deutsche Konsulat in Palma sei eingeschaltet, sagte ein Ministeriumssprecher.

Mehr als vier Millionen deutsche Urlauber

Beerdigung eines der ETA-Opfer auf Mallorca (Foto: AP)

Beerdigung eines der ETA-Opfer auf Mallorca

Am 30. Juli war in dem Urlaubsort Palmanova im Westen der Ferieninsel waren bei einem Bombenanschlag auf Mallorca zwei Polizisten ums Leben gekommen. Die Behörden hatten auf der Jagd nach den Tätern vorübergehend alle Flug- und Seehäfen abgeriegelt, was zu massiven Verspätungen im Reiseverkehr führte. Für diese Tat und drei weitere Anschläge in jüngster Zeit übernahm die ETA in einem am Sonntag in der baskischen Zeitung "Gara" veröffentlichten Beitrag die Verantwortung.

Die größte Balearen-Insel Mallorca gehört zu den beliebtesten Ferienorten bei britischen und deutschen Touristen. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes machten auf der Mittelmeer-Insel allein im Jahr 2008 mehr als 4,1 Millionen Bundesbürger Urlaub.

Der Kampf der ETA

Der Rauch der Bombe von Ende Juli (Foto: AP)

Der Rauch der Bombe von Ende Juli

Die ETA kämpft seit Jahrzehnten für einen unabhängigen Baskenstaat. Dabei kamen mehr als 800 Menschen ums Leben. In der Bevölkerung haben die Extremisten an Rückhalt verloren. Im April 2009 war der ETA-Militärchef der Separatisten, Jurdan Martitegi, festgenommen worden. Im Juni und Juli wurden in einem Zeitraum von drei Wochen 18 weitere mutmaßliche Mitglieder gefasst.

Die Regierung von Jose Luis Rodriguez Zapatero hatte die Verhandlungen mit der ETA 2006 nach einem Anschlag auf den Flughafen von Madrid abgebrochen. (sam/kle/sc/dpa/afp/rtr)

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