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Afrika

Anschlagsopfer beerdigt, Neuwahlen geplant

Das westafrikanische Land hat vorerst einen neuen Präsidenten – aber keine Erklärung, warum der alte ermordet wurde. Interims-Präsident Raimundo Pereira fordert internationale Hilfen für den Krisenstaat.

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Nach den Beerdigungen des Armeechefs und des Präsidenten herrscht gespannte Ruhe

In den frühen Morgenstunden des 02. März hatten meuternde Soldaten den Präsidenten von Guinea-Bissau, Joao Bernardo Vieira erschossen. Die Hintergründe sind weiter unklar. Möglicherweise handelt es sich um einen Racheakt für die Ermordung des Armeechefs Tagme Na Wai, der wenige Stunden vorher getötet worden war. Na Wai und Vieira hatten seit Monaten um eine Reform des Militärwesens gestritten. Andere Quellen behaupten, dass der Präsident einflussreichen Drogenhändlern im Weg gestanden habe.

Guinea-Bissau gilt als „Narko-Staat“ Afrikas, da sich das kleine, bitterarme Land zu einer Drehscheibe für internationalen Drogenhandel entwickelt hat. Dass nach Augenzeugenberichten der Ort, an dem Präsident Vieira starb, noch nicht einmal abgesperrt ist, erhöht nicht gerade das Vertrauen in die Ernsthaftigkeit der Ermittlungen.

Amtskollegen kamen nicht zur Trauerfeier

Nino Vieira Präsident Guinea Bissau

Guinea Bissau's Präsident Joao Bernardo "Nino" Vieira

An diesem Dienstag ist Joao Bernardo Vieira beigesetzt worden – doch an der Trauerfeier hat kein ausländisches Staatsoberhaupt teilgenommen. Auch der Präsident des Nachbarlandes Senegal, Abdoulaye Wade blieb der Trauerfeier entgegen früheren Ankündigungen fern. Beobachter werten diesen „Boykott“ als Zeichen dafür, dass vielen afrikanischen Staatsoberhäuptern die politische Lage in Guinea-Bissau noch zu brenzlig ist.

Die Lage war nach den beiden Anschlägen jedoch erstaunlich ruhig geblieben. Die Armee hatte sofort klargestellt, dass es sich nicht um einen Staatsstreich handelte. Die demokratischen Institutionen würden respektiert, in zwei Monaten soll ein neuer Präsident gewählt werden. Auch bei der Beerdigung am Dienstag blieb es weitgehend ruhig.

Internationale Hilfe für Neuwahlen gefordert

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In 60 Tagen sollen die Wähler zu den Urnen

Um die Neuwahlen zu finanzieren fehlt Guniea-Bissau jedoch noch Geld, erklärte Interimspräsident und Parlamentssprecher Raimundo Pereira. Auch für technische Unterstützung seitens der Internationalen Gemeinschaft sei er dankbar. Der Vorsitzende der westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft ECOWAS, Ibn Chambas hat bereits Hilfe angekündigt.

Seit 1974, dem Jahr der Unabhängigkeit, wird Guinea-Bissau ständig von Staatsstreichen und politischer Gewalt erschüttert. Ein Großteil der Bevölkerung lebt unterhalb der Internationalen Armutsgrenze von zwei Dollar am Tag.