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Politik & Gesellschaft

Anschlags-Alarm am Dortmunder Fußballstadion

Schrecksekunde für die Fans des Fußball-Bundesligisten Borussia Dortmund: Bei ihrem Stadion entdeckten Beamte des Bundeskriminalamtes offenbar selbstgebastelte Sprengsätze. Verhaftet wurde ein 25-jähriger Deutscher.

Innenansicht des Stadions in Dortmund (Foto: dpa)

Das Dortmunder Stadion ist meist mit 80.000 Zuschauern ausverkauft

Luftbild vom Dortmunder Stadion (Foto: dpa)

Die Sprengsätze wurden in der Nähe der Fußball-Oper gefunden

Nach übereinstimmenden Berichten vom Donnerstag (31.03.2011) wurde auf einem Stadion-Parkplatz an der Endhaltestelle der Dortmunder U-Bahn ein verdächtiges Paket mit Zeitzünder gefunden. Die Haltestelle und eine nahegelegene Leichtathletikhalle wurden gesperrt.

Kriminaltechniker bei der Arbeit

Wie das Bundeskriminalamt bekanntgab, fanden seine Fahnder drei "sprengstoffverdächtige" Gegenstände, darunter auch Chemikalien. Sie seien "unschädlich gemacht oder gesichert" worden. Kriminaltechniker untersuchten jetzt, ob die Sprengsätze auch hätten explodieren können. Eine akute Gefahr für die Bevölkerung schlossen die Sicherheitsbehörden aus.

In einem Kölner Hotel war zuvor ein polizeilich bislang nicht aufgefallener 25-Jähriger Deutscher festgenommen worden. Bei der Durchsuchung der Wohnräume des Tatverdächtigen waren bereits Sprengsätze und viele Chemikalien sichergestellt worden. Das genaue Tatmotiv und die Hintergründe für den möglichen Anschlagsversuch sind nach Angaben der Ermittler derzeit noch nicht abschließend geklärt.

Kontakt zur Botschaft in Pakistan

Nach Angaben des BKA hatte sich der junge Mann bereits im Februar dieses Jahres verdächtig gemacht. Als anonymer Hinweisgeber habe er per E-Mail Kontakt zur deutschen Botschaft im pakistanischen Islamabad aufgenommen und Informationen zu zwei Anschlägen in Deutschland angeboten.

Jubelnde Borussia-Spieler auf dem Rasen (Foto: AP)

Die Freude auf das Spitzenspiel am Samstag ist nicht getrübt

Auch das Stadion in Dortmund hatte er dabei als mögliches Ziel genannt. Schon bald darauf geriet er durch die Ermittlungen in Verdacht, das Anschlagsszenario nur zum Zwecke einer Erpressung konstruiert zu haben. Die Polizei vermutet einen möglichen Zusammenhang mit einem bislang ungelösten Fall mit einem Wirtschaftsunternehmen aus dem Jahre 2010.

Nach Angaben des Bundesinnenministeriums gibt es keine Hinweise auf einen terroristischen Hintergrund. "Der Vorgang hat keinerlei Bezüge zu terroristischen oder islamistischen Organisationen", sagte ein Sprecher von Innenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) am Donnerstag in Berlin. Es handele sich bei dem Beschuldigten offenbar um einen Einzeltäter mit "allgemeinkriminellen Motiven".

Spitzenspiel gegen Hannover nicht in Gefahr

Das Fußball-Bundesliga-Spiel zwischen Spitzenreiter Borussia Dortmund und Hannover 96 am kommenden Samstag ist nach Angaben der Behörden nicht gefährdet.

Autor: Gerd Winkelmann (dpa, sid, ap)
Redaktion: Michael Wehling