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Politik

Anschlag in Äthiopien fordert 74 Todesopfer

Bei einem Angriff auf eine chinesische Ölfirma sind in Äthiopien 74 Menschen getötet worden, unter ihnen neun Chinesen. Sieben weitere Chinesen wurden entführt.

Äthiopiens Regierungschef Zenawi kämpft in Somalia - und nun im eigenen Land(ap)

Äthiopiens Regierungschef Zenawi kämpft in Somalia - und nun im eigenen Land

Nach Angaben des Sprechers von Ministerpräsident Meles Zenawi handelt es sich bei den Opfern um neun chinesische und 65 äthiopische Angestellte der Ölfördergesellschaft. Sieben weitere chinesische Arbeiter seien entführt worden. Den Angaben zufolge wurden möglicherweise auch Äthiopier entführt, deren Anzahl aber noch nicht bekannt sei.

Etwa 200 bewaffnete Männer hätten das Firmengelände am frühen Morgen angegriffen, schreibt die chinesische Nachrichtenagentur Xinhua unter Berufung auf einen Sprecher des Zhongyuan Petroleum Exploration Bureau in Addis Abeba. Eine knappe Stunde lang habe es Gefechte zwischen den Angreifern und äthiopischen Sicherheitskräften gegeben. Die Bewaffneten übernahmen nach dem Schusswechsel mit den mehr als 100 Bewachern der Anlage kurzzeitig die Kontrolle über das Ölfeld.

Muslimische Separatisten bekennen sich zum Anschlag

Die chinesische Botschaft in Addis Abeba bestätigte das Attentat, gab zunächst aber keine weiteren Informationen heraus. Regierungschef Meles Zenawi schickte als Reaktion auf den Angriff weitere Sicherheitskräfte in die Region, um die Lage zu stabilisieren.

Zu dem Anschlag in der Ogaden-Region nahe der Grenze zu Somalia bekannte sich die muslimische Nationale Ogaden-Befreiungsfront. Die ethnischen Somalier im Ogaden kämpfen für eine Loslösung vom christlichen Äthiopien. Ein Sprecher der Front sagte dem britischen Sender BBC-Sender, der Anschlag sei die Reaktion auf die Vertreibung der ethnisch somalischen Bevölkerung in der Region.

Verteidigung der "territorialen Unversehrtheit"

Der Sprecher erklärte weiter, dass man ausländische Investoren vergeblich davor gewarnt habe, die Naturschätze des Ogadens auszubeuten. Die Front habe jetzt die "territoriale Unversehrtheit" des Gebiets verteidigt. Die chinesische Firma führt im Auftrag eines malaysischen Ölkonzerns in Ogaden eine Bodenstudie durch. In Äthiopien wird bislang kein Öl gefördert.

Die Ogaden-Befreiungsfront würde von der Regierung des Nachbarlandes Eritrea unterstützt, erklärte der Berater von Ministerpräsident Zenawi, Bereket Simon, nach dem Anschlag. Die Gruppe solle für den äthiopischen Erzfeind einen Stellvertreter-Krieg in Äthiopien führen. Eritrea und Äthiopien sind verfeindet und haben lange Zeit Krieg gegeneinander geführt. (tos)

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