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Afrika

Anschlag auf Universität in Kenia

Maskierte Männer haben im Osten Kenias eine Universität angegriffen und mindestens 14 Studenten getötet, zudem wurden Geiseln genommen. Zu dem Anschlag bekannte sich die somalische Terrormiliz Al-Shabaab.

Es war noch dunkel, als bewaffnete Männer die Universität von Garissa stürmten. Willkürlich eröffneten sie das Feuer auf Studenten. Wie es heißt, starben mindestens 14 von ihnen. Mindestens 30 Menschen seien mit Verletzungen in Krankenhäuser gebracht worden, vier von ihnen in einem kritischen Zustand, so das kenianische Rote Kreuz. Die Angreifer hätten eine unbekannte Zahl von christlichen Studenten als Geiseln genommen. Rund 50 Studenten seien in Sicherheit gebracht worden.

Studenten nach ihrer Flucht vor dem Angriff (Foto: AP)

Studenten nach ihrer Flucht vor dem Angriff

Medienberichten zufolge sollen die Täter am frühen Morgen die Moschee der Universität attackiert und wahllos auf die Anwesenden geschossen haben. Später seien sie in die Schlafsäle vorgedrungen. Studenten, die entkommen konnten, berichteten der Zeitung "Standard" von mindestens fünf Angreifern. Es sei zu schweren Gefechten mit Sicherheitskräften gekommen, hieß es in einer Mitteilung der Polizei. Vertreter der Sicherheitskräfte berichteten auch über Explosionen. Das Universitätsgelände wurde von der Polizei abgeriegelt.

Drohungen einer Terrrorgruppe

Die Behörden forderten die Bevölkerung auf, dem Gelände fern zu bleiben. Auch Stunden nach dem Beginn der Attacke blieb die Lage unübersichtlich. "Mir wurde gesagt, die Situation sei unter Kontrolle, aber es gibt noch keine Details", sagte der Sprecher des Innenministeriums Mwenda Njoka der Deutschen Presse-Agentur. Das kenianische Militär und die Polizei waren im Einsatz und Krankenwagen rückten an. Der "Standard" zitierte einen Sicherheitsbeamten mit den Worten, es habe zuvor Drohungen einer Terrorgruppe gegen die Universität gegeben.

Der Leiter des Kenianischen Roten Kreuzes, Abbas Gullet, sagte der Deutschen Welle, seine Organisation habe ein Hilfszentrum für die Angehörigen eingerichtet. Betroffene Familien könnten dort Informationen erhalten. Dabei arbeite man eng mit dem Gesundheitsministerium zusammen, so Mnette gegenüber der Deutschen Welle.

Zu dem Anschlag bekannte sich die somalische Terrormiliz Al-Shabaab. Ein ranghoher Sprecher der Gruppe sagte der Deutschen Presse-Agentur, es habe sich um "eine heilige Operation" mutiger Al-Shabaab-Kämpfer gehandelt. Weitere Details wollte der Mann, der sich in der Region Lower Juba im Süden Somalias aufhält und anonym bleiben wollte, nicht nennen. Es werde bald ein Bekennerschreiben veröffentlicht, erklärte er. Eine offizielle Stellungnahme gab es zunächst nicht.

Garissa hat etwa 120.000 Einwohner und liegt rund 330 Kilometer östlich der Hauptstadt Nairobi unweit der Grenze zu Somalia. Von dort aus verübt Al-Shabaab immer wieder Anschläge in Kenia, weil das Land mit Truppen gegen die Extremisten im Einsatz ist. Erst im Dezember hatten Unbekannte eine Granate in ein Café in Garissa geworden und zwei Menschen verletzt. Im April 2013 attackierten vier Männer ein Hotel in der Stadt und töteten sechs Menschen. Auch in Nairobi schlugen Terroristen bereits zu. Bei einem Angriff auf das Einkaufszentrum Westgate in Nairobi waren im September 2013 mindestens 67 Menschen ums Leben gekommen.

stu/jj (afp, dpa, rtr)

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