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Politik

Anschlag auf UN-Organisation in Pakistan

Terroranschlag auf Lebensmittel-Ausgabestelle der UN im Nordwesten Pakistans: Mindestens 40 Menschen werden getötet, mehr als 70 verletzt. Der verheerende Anschlag wurde laut Polizei von einer Frau verübt.

Die Verletzten werden notdürftig in einem Krankenhaus in Peschawar behandelt (Foto: AP)

Die Verletzten werden notdürftig in einem Krankenhaus in Peschawar versorgt

Die mit einer Burka bekleidete Selbstmordattentäterin warf nach Angaben des Behördenvertreters Tariq Khan am Samstag (25.12.2010) in der Stadt Khar zunächst zwei Handgranaten in die Menge. Anschließend zündete sie ihre Sprengstoffweste.

"Überall Blut und menschliches Fleisch"

Ein Augenzeuge, der Verletzungen an den Beinen erlitt, sagte, er habe mit weiteren Flüchtlingen auf die Ausgabe von Coupons gewartet, als es eine laute Explosion gegeben habe. "Wir dachten, jemand hätte eine Rakete abgefeuert", erklärte Akbar Jan im Krankenhaus. Binnen Sekunden habe es zahlreiche Verletzte gegeben. "Jeder hat geschrien. Überall war Blut und menschliches Fleisch."

Lebensmittel-Ausgabestelle im Visier der Terroristen

Ein Soldat trägt einen Verletzten (Foto: EPA/Arshad Arbab)

Auf der Suche nach einem Arzt...

Ziel der Bluttat in der Stammesregion Bajaur im Grenzgebiet zu Afghanistan war eine Station, in der das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen (WFP) und andere Organisationen Lebensmittel verteilen. Das Welternährungsprogramm versorgt besonders in dieser Region Hunderttausende Menschen, die wegen des Kriegs gegen die radikal-islamischen Taliban und der Flutkatastrophe ihre Heimatdörfer verlassen mussten. Mehr als 2,5 Millionen Flüchtlinge werden allein im Grenzgebiet zu Afghanistan von UN-Helfern versorgt.

Nach dem verheerenden Anschlag beschloss die UN-Organisation, ihre Hilfslieferungen für den Nordwesten Pakistans aus Sicherheitsgründen zunächst auszusetzen.

Mindestens 40 Aufständische getötet

Ein pakistanischer Soldat an einem Maschinengewehr (Foto: picture alliance)

Pakistans Armee fahndet nach Terroristen

Bei Angriffen der Streitkräfte auf mutmaßliche Verstecke der Aufständischen im Nordwesten des Landes sind nach Angaben eines Behördensprechers mindestens 40 Menschen getötet worden. Hubschrauber hätten Stellungen der Rebellen in den Dörfern Baizai und Lakro unter Beschuss genommen, ergänzte ein hochrangiger Vertreter des Bezirks Mohmand. Der Nord-Westen Pakistans gilt als Rückzugsgebiet der Taliban und Aktivisten des Terrornetzwerks El Kaida.

Autorin: Susanne Eickenfonder (afp, dapd, rtr, dpa)
Redaktion: Stephan Stickelmann

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