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Ägypten

Anschlag auf koptische Kathedrale in Kairo

Mindestens 25 Menschen werden getötet, fast 50 verletzt. Diese Zahlen nennt das Staatsfernsehen. Unter den Opfern sind viele Frauen und Kinder. Das Gotteshaus der Christen liegt im Zentrum der Hauptstadt.

Die zwölf Kilogramm schwere Bombe war nach Angaben des ägyptischen Fernsehens im Seitentrakt der koptisch-orthodoxen Sankt Markus-Kathedrale versteckt gewesen. Der Sprecher der koptischen Kirche, Paul Halim, sagte der ägyptischen Zeitung "Al-Ahram", die Explosion habe sich in der Peter-und-Paul-Kirche ereignet, einem Nebengebäude der Kathedrale. 

Ägyptens Präsident Abdel-Fattah al-Sissi sprach von einem Akt des Terrorismus gegen die gesamte Nation. Der Anschlag treffe Muslime und Christen gleichermaßen. Er verhängte eine dreitägige Staatstrauer. 

Die größte Kirche in Kairo ist gleichzeitig Sitz des koptischen Papstes Tawadros II. Die 1968 geweihte, mehr als 100 Meter lange Basilika im Stadtteil Abbassia gilt auch als eines der größten Kirchengebäude auf dem afrikanischen Kontinent. Sie trägt den Namen des Begründers des Christentums in Ägypten, des Evangelisten Markus, dessen Reliquien in der Kathedrale bewahrt werden.

Ägypten Kairo Anschlag Markuskathedrale (picture-alliance/AP/N. El-Mofty)

Blick auf den beschädigten Trakt der Kathedrale

Laut Schätzungen sind etwa zehn Prozent der Ägypter christliche Kopten. Das Zusammenleben mit der muslimischen Mehrheit im Land ist größtenteils friedlich, vereinzelt gibt es aber auch Spannungen.

In Ägypten kämpfen vor allem auf der Halbinsel Sinai radikale Islamisten gegen die Sicherheitskräfte. Die Extremisten greifen aber auch in Kairo und anderen Städten immer wieder Polizisten an. Erst am Freitag waren bei zwei Anschlägen in der Hauptstadt insgesamt sechs Polizisten getötet worden. Die Extremisten sind mit der IS-Dschihadistenmiliz verbündet.

se/uh (rtr, ap, afp, dpa)