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Aktuell Asien

Anschlag auf französisches Restaurant in Kabul

Eine schwere Explosion hat die afghanische Hauptstadt Kabul erschüttert. Nach Polizeiangaben wurde ein Anschlag auf ein bei Ausländern beliebtes Restaurant verübt. Die Taliban bekannten sich zu dem Angriff.

Afghanische Polizisten bringen einen Verwundeten in Sicherheit (Foto: rtr)

Nach dem Angriff: Afghanische Polizisten bringen einen Verwundeten in Sicherheit

Ziel des Anschlags war das französische Restaurant "Le Jardin". Außer einem Selbstmordattentäter gab es mindestens ein Todesopfer und elf Verletzte. Wie ein Vertreter des Innenministeriums erklärte, wurde ein Angreifer festgenommen. Er habe eine Sprengstoffweste getragen und ein Kalaschnikow-Gewehr samt Munition und Handgranaten bei sich gehabt. Darüber hinaus soll es nach Agenturberichten weitere Täter gegeben haben.

Bekenntnis der Taliban

Per Twitter bekannten sich die radikalislamischen Taliban zu dem Anschlag. Ihr Sprecher Sabiullah Mudschahid ließ in zwei Tweets verlauten, dass ein Restaurant "fremder Eindringlinge" angegriffen worden sei. Viele von ihnen seien getötet worden, es seien heftige Gefechte im Gange. Opferangaben der Taliban sind allerdings oft überhöht.

Der afghanische Sender Tolo TV berichtete, Häuser in der Nachbarschaft seien beschädigt worden, Verletzte würden ins Krankenhaus gebracht. Anwohner berichten von Schusswechseln.

Anschlag im Ausländer-Viertel

Das "Le Jardin" gehört dem ehemaligen Protokollchef des Präsidentenpalastes. Mit mehreren Stahltoren und Sicherheitsschleusen gilt es als sehr gut gesichert und als eines der wenigen Restaurants, die Ausländer noch besuchen können. Die Sicherheit war aufgerüstet worden, nachdem im Januar 2014 Taliban-Kämpfer das ebenfalls bei Ausländern beliebte Restaurant "La Taverna" im nahen Stadtteil Wasir Akbar Khan gestürmt und dort 20 Menschen erschossen hatten. Das Viertel, in dem das "Le Jardin" liegt, ist eine zentrale Wohngegend für ausländische Mitarbeiter von NGOs, Medien und Firmen. Die Gegend ist beliebt, weil sich dort auch viele Restaurants befinden.

Seit dem Ende des Nato-Kampfeinsatzes vor knapp einem Jahr hat sich die Zahl der Anschläge durch die radikalislamischen Taliban-Milizen in Kabul merklich erhöht.

Afghanische Polizisten stehen vor einem ausgebrannten Auto am Kabuler Flughafen (Foto: ap)

Bei dem Anschlag auf den Flughafen von Kabul waren 33 Menschen verletzt worden.

Erst vor wenigen Tagen bekannten sich die Taliban zu einem Selbstmordanschlag nahe des Flughafens, bei dem ein Mensch getötet und 33 verletzt wurden. Erst vor zwei Wochen hatten die Taliban die spanische Botschaft in Kabul gestürmt.

Rückkehr an den Verhandlungstisch?

Während die afghanische Regierung auf eine Wiederaufnahme der Friedensgespräche mit den Taliban hofft, um den seit Jahren anhaltenden Konflikt zu beenden, scheinen die Islamisten wenig Interesse an einer Rückkehr an den Verhandlungstisch zu haben. Am 11. Januar wollen sich Diplomaten aus Afghanistan, Pakistan, den USA und China in Pakistan treffen, um Gespräche mit den Aufständischen vorzubereiten.

Wegen der verschlechterten Sicherheitslage hatte die westliche Militärallianz kürzlich beschlossen, 2016 in praktisch unveränderter Stärke von etwa 12.000 Soldaten in Afghanistan zu bleiben. Die Bundeswehr wird dabei ihren Einsatz mit verstärkter Truppenzahl fortsetzen.

cw/fab (dpa, afp, rtr)