1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Aktuell Afrika

Anschlag auf französische Botschaft

Auf die französische Botschaft in Libyen ist ein Autobombenanschlag verübt worden. Zwei französischen Wachleute wurde bei der Explosion verletzt. Die Regierung in Tripolis sprach von einem Terrorakt.

Nach Angaben der französischen Gendarmerie wurde einer der beiden Polizisten, die zur Sicherung des Gebäudekomplexes eingesetzt waren, schwer, aber nicht lebensgefährlich verletzt. Durch die Wucht der Explosion wurde das Gebäude schwer beschädigt. Ein Reporter der Nachrichtenagentur AFP berichtet, selbst die Mauer um die Botschaft sei teilweise zerstört. Vor dem Gebäude stünden zwei ausgebrannte Autos. Es war der erste Anschlag auf eine Botschaft oder eine diplomatische Vertretung in Tripolis.

Frankreichs Präsident François Hollande verurteilte den Anschlag aufs Schärfste. Die Tat ziele auf alle Länder, "die im Kampf gegen den Terrorismus engagiert sind", sagte er. Die libysche Regierung rief er auf, die Hintergründe des Attentats vollständig aufzuklären. Das Außenministerium werde alle nötigen Maßnahme einleiten, um die beiden verletzten Polizisten sich nach Hause zu bringen.

"Terrorakt gegen Bruderland"

Frankreichs Außenminister Laurent Fabius sprach von einer abscheulichen Tat. In einer Erklärung hob er hervor, gemeinsam mit der libyschen Regierung werde alles unternommen, um die Täter rasch ausfindig zu machen. Nach Angaben aus diplomatischen Kreisen wollte Fabius noch an diesem Dienstag nach Libyen reisen.

Der libysche Außenminister Mohammed Abdel Asis, der zum Tatort geeilt war, verurteilte den Anschlag als "Terrorakt gegen ein Bruderland, das Libyen während der Revolution unterstützt hat." Asis kündigte eine libysch-französische Kommission zur Untersuchung des Vorfalls an. Zu möglichen Hintergründen der Tat wollte er sich nicht äußern.

In Libyen kommt es nach dem Sturz des Langzeitmachthabers Muammar al-Gaddafi im Jahr 2011 immer wieder zu Anschlägen auf westliche Einrichtungen. So waren im vergangenen Jahr bei einem Überfall auf das US-Konsulat im ostlibyschen Bengasi der US-Botschafter Chris Stevens und zwei weitere Diplomaten getötet worden. Verantwortlich dafür werden bewaffnete Milizen und islamistische Gruppen gemacht. Im Januar hatten Frankreich, Deutschland und weitere Länder vor einer akuten Terrorgefahr in Bengasi gewarnt.

gmf/re (afp, dpa, ap, rtr)

Audio und Video zum Thema