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Aktuell Nahost

Anschlag auf Flüchtlingskonvoi im Nordirak

Auf der Flucht vor der Terrormiliz "Islamischer Staat" ist im Norden des Iraks ein Konvoi attackiert worden. Viele Zivilisten wurden getötet.

Irak Konvoi der Vertriebenen
Irak Konvoi der Vertriebenen
Irak Konvoi der Vertriebenen
Irak Konvoi der Vertriebenen (Picture-Alliance/AP Photo/M. Drobnjakovic)

So wie dieser Konvoi flüchten derzeit viele aus den IS-Hochburgen im Irak

Bei dem Anschlag auf den Flüchtlingskonvoi im Nordirak sind zahlreiche Menschen ums Leben gekommen. Während die Behörden von 18 Toten sprechen, nannte ein örtlicher Polizist der Deutschen Presse-Agentur die Zahl von 26 Opfern. Die Explosion habe sich ereignet, als der Konvoi auf dem Weg von der vom IS kontrollierten Stadt Hawija nach al-Alam gewesen sei. Unter den Toten seien überwiegend Kinder und Frauen sowie ein Polizist. Die Behörden machten keine Angaben dazu, wer die Sprengsätze deponierte.  

Die Stadt Hawija liegt 120 Kilometer südlich der IS-Hochburg Mossul, wo derzeit die Großoffensive der irakischen Armee mit Luftunterstützung der US-geführten Koalition gegen die Dschihadisten läuft. Die irakischen Truppen nahmen derweil die Stadt Hammam al-Alil etwa 15 Kilometer südlich von Mossul ein. Der Chef der irakischen Bundespolizei, Raed Chaker, sagte, die Stadt sei komplett unter Kontrolle gebracht und die irakische Flagge auf den örtlichen Regierungsgebäuden gehisst worden.

Irak irakische Truppen kämpfen gegen IS südlich von Mossul (REUTERS/T. Al-Sudaini)

Die irakischen Truppen wollen von Süden auf Mossul vorstoßen

Eliteeinheiten in Häuserkampf verwickelt

Die Truppen stoßen von Süden auf Mossul vor, um mit irakischen Eliteeinheiten zusammenzutreffen, die von Osten her vorrücken und dort bereits einige Viertel der Millionenstadt erobert haben. Dort kam es auch an diesem Samstag wieder zu schweren Gefechten. Die gegnerischen Kräfte seien in einen Häuserkampf verwickelt, sagte ein Sprecher der Anti-Terror-Einheit CTS. Dabei diente den irakischen Soldaten das Dorf Bartalla als Basis, von der aus Krankenwagen regelmäßig Verletzte aus dem Kampfgebiet holten.

Das irakische Migrationsministerium erklärte derweil, in den vergangenen zwei Tagen seien 9000 Menschen in Empfang genommen worden, die vor den Kämpfen geflohen seien. Insgesamt seien seit Beginn der Großoffensive am 17.Oktober fast 30.000 Menschen auf der Flucht. Hilfsorganisationen verstärken derzeit ihre Kapazitäten, um auf den erwarteten Ansturm reagieren zu können. Sie befürchten mehr als eine Million Flüchtlinge.

uh/wl (dpa, rtr, afp)

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