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Aktuell Asien

Anschlag auf Ex-Präsident Musharraf

Pakistans ehemaliger Präsident und Militärmachthaber Musharraf ist knapp einem Attentat entkommen. Für den 70-Jährigen ist es bereits der vierte Anschlag, den er überlebt hat.

Die Bombe explodierte unter einer Brücke in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad. Polizeiangaben zufolge waren die in einem Rohr deponierten vier Kilogramm Sprengstoff zu früh detoniert.

20 Minuten später hätte der Konvoi des Ex-Präsidenten auf dem Weg von einem Militärhospital zu Musharrafs Haus am Stadtrand die Stelle passieren sollen. Durch die Explosion sei niemand zu Schaden gekommen, so ein Polizeisprecher.

Bislang hat niemand die Verantwortung für den Anschlag übernommen. In der Vergangenheit hatten die radikalislamistischen Taliban mehrfach angekündigt, den ehemaligen Machthaber töten zu wollen.

Krank und angeklagt

Musharraf hatte 1999 mit einem unblutigen Militärputsch den damaligen Premierminister Nawaz Sharif abgesetzt und selbst die Macht übernommen. Mit den Jahren mehrten sich jedoch die Konflikte mit Justiz und Opposition. Auf Musharraf wurden drei Attentate verübt, die er allesamt unverletzt überlebte.

Zurzeit muss er sich wegen Hochverrats vor Gericht verantworten, weil er 2007 in Pakistan den Ausnahmezustand verhängt hatte. Er setzte damals die Verfassung außer Kraft, löste das Parlament auf und entließ die obersten Richter.

Diese Schritte lösten eine Protestwelle aus, die ihn 2008 zum Rücktritt zwang. Im März vergangenen Jahres kehrte Musharraf aus dem Exil zurück, um bei der Parlamentswahl im Mai anzutreten. Eine Kandidatur wurde ihm aber untersagt. Stattdessen wurde ein Prozess gegen ihn eröffnet. Am vergangenen Montag wurde offiziell Anklage erhoben.

mak/uh (ap, afp, dpa)