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Aktuell Deutschland

Anschlag auf Asylbewerberheim in Meißen

Schon wieder hat ein noch unbewohntes Asylbewerberheim gebrannt, diesmal im sächsischen Meißen. Im nahegelegenen Freital gerieten Unterstützer und Gegner einer solchen Unterkunft aneinander. Die Lage ist angespannt.

In der Asylbewerberunterkunft sollten in Kürze 32 Bewohner einziehen - jetzt ist das Gebäude vorerst unbewohnbar. Zwar zerstörte das Feuer direkt nur ein Zimmer, aber alle anderen Räume sind verrußt und momentan nicht nutzbar. "Wir gehen derzeit von Brandstiftung aus", sagte eine Sprecherin des "Operativen Abwehrzentrums der Polizei" (OAZ). Das OAZ ist für Ermittlungen im Zusammenhang mit extremistischen Straftaten zuständig.

Den Angaben zufolge wurde an zwei Stellen Brandbeschleuniger gefunden, ausgebrochen sei das Feuer kurz nach Mitternacht aber nur in einem Zimmer. Über die Täter gibt es noch keine Erkenntnisse. Sie hatten sich gewaltsam Zutritt zu dem leerstehenden Gebäude verschafft. In Meißen macht allerdings seit Wochen die "Initiative Heimatschutz" Stimmung gegen Flüchtlinge.

Demonstrationen in Freital

In der Region um Dresden ist es in der jüngsten Vergangenheit immer wieder zu Auseinandersetzungen wegen geplanter Flüchtlingsunterkünfte gekommen. In Freital hat sich der seit Tagen schwelende Streit zum Wochenende hin weiter zugespitzt. Am Freitag standen sich bei der bislang größten Kundgebung 550 Teilnehmer einer Solidaritätskundgebung für die Asylbewerber und 250 Sympathisanten rechtsgerichteter Gruppen gegenüber.

In einem ehemaligen Hotel in der 40.000 Einwohner zählenden Stadt sollen bis zu 280 Asylbewerber untergebracht werden. Ursprünglich sollte Freital nur 100 von ihnen aufnehmen, doch weil die Erstaufnahmeeinrichtung des Landes Sachsen in Chemnitz überlastet ist, wurde die Zahl erhöht.

Pegida-Unterstützer vorne mit dabei

Zu den Einwohnern, die gegen die geplante Unterkunft protestieren, sind auch Unterstützer der sogenannten Pegida-Bewegung. Einige zeigten sich offen rechtsextrem: Drei Männer wurden nach Angaben der Polizei in den vergangenen Tagen festgehalten, weil sie "Sieg Heil" gerufen oder den Hitlergruß gezeigt hätten.

Aufseiten der Flüchtlingsunterstützer wurde ein Demonstrant durch eine geworfene Dose am Kopf verletzt. Die Polizei ist permanent im Einsatz, um Zusammenstöße zwischen beiden Seiten zu verhindern.

Anschläge auch in Berlin und Jena

Am Wochenende wurden auch in Berlin und Jena Flüchtlingsunterkünfte Ziel von Übergriffen. In der Bundeshauptstadt schmierten Unbekannte im Stadtteil Niederschönhausen mehrere Hakenkreuze an die Hauswände. In Jena fuhren nach Angaben der Polizei drei Fahrzeuge vor, deren Insassen "Ausländer raus!" gerufen hätten.

Ebenfalls in Jena protestierten rund 1800 Menschen gegen einen Aufruf der rechtsextremen "Europäischen Aktion Thüringen". Der Aufmarsch der Neonazis fiel dann mit 100 statt der angekündigten 500 Teilnehmer deutlich kleiner aus als erwartet. Die Versammlungen verliefen weitgehend störungsfrei.

mak/hf (dpa, epd, mdr)

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