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Politik

Anschläge in drei Ländern

In der Nacht zum Freitag und am frühen Morgen gab es in Frankreich, Ägypten und Afghanistan Sprengstoffanschläge. Islamistische Terroristen und die Taliban werden als Täter vermutet.

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Israelis verlassen Hals über Kopf ihr Feriendomizil

Frankreich: Explosion vor indonesischer Botschaft

Vor der indonesischen Botschaft in Paris ist am Freitagmorgen (8.10.) eine Paketbombe explodiert. Neun Menschen seien durch Glassplitter leicht verletzt worden, meldete der französische Rundfunksender France Inter am Freitag. Es sei vermutlich eine "kriminelle Handlung" gewesen, sagte der französische Innenminister Dominique de Villepin, der sich vor Ort ein Bild machte. Zu den Verletzten, die hauptsächlich Schnittwunden durch Glassplitter erlitten, gehörten auch vier Angestellte der Botschaft.

Das Paket mit einer "Bombe mittlerer Sprengkraft" sei vor dem Eingang der Botschaft im vornehmen 16. Stadtbezirk abgelegt worden, sagte Villepin. Die Explosion ereignete sich kurz nach 5 Uhr. Im Umkreis von 30 Metern gingen Fensterscheiben zu Bruch, mehrere Fahrzeuge wurden beschädigt. Die Feuerwehr war mit elf Fahrzeugen und 40 Beamten im Einsatz und sperrte den Bezirk weiträumig ab.

Ägypten: Terror im Sinai

Mindestens 44 Menschen sind bei drei Bombenanschlägen auf von Israelis genutzte Touristenzentren in Ägypten getötet worden. Zwischen 160 und 200 Menschen seien bei den Attentaten auf der Sinai-Halbinsel in der Nacht zum Freitag verletzt worden, wie aus Angaben der Behörden in Ägypten und Israel am Freitag deutlich wurde. Augenzeugen berichteten über hilflose Verletzte und Verschüttete, während Rettungsarbeiten nur schleppend angelaufen seien.

Die ägyptische Polizei nahm nach einem Bericht des arabischen Nachrichtensenders El Dschasira mehrere Verdächtige fest. Unklarheit bestand zunächst über die Hinterleute der Attentäter, die Sicherheitsexperten im islamistischen Spektrum vermuteten. Eine offenbar der El Kaida nahe stehende Islamisten-Gruppe hat sich am Freitag im Internet zu der Anschlagsserie in den Ferienorten bekannt. "Vier unserer das Märtyrertum suchenden Brüder haben diese tapfere Operation trotz intensiver Sicherheitsvorkehrungen ausgeführt", erklärte eine Gruppe namens Islamische Tauhid Brigaden auf einer häufig von Islamisten genutzten Internet-Seite.

Der folgenschwerste Anschlag wurde am späten Donnerstagabend auf das Hotel Taba Hilton am Grenzstreifen Ägyptens zu Israel verübt. Allein dort starben nach Krankenhausangaben mindestens 37 Menschen. Mehr als 110 wurden verletzt. Israelische Sicherheitskreise gingen davon aus, dass Terroristen einen mit Sprengstoff beladenen Lastwagen zündeten. Das Gebäude stürzte nach der Explosion in der Hotel-Lobby teilweise ein und stand in Flammen. Unter den Opfern waren viele Israelis, die dort traditionell die meisten Gäste stellen. Das Hotel war voll belegt.

Bei einem zweiten Anschlag in Ras el Scheitani starben sieben Menschen. Die Opfer seien ägyptische Arbeiter, berichtete das israelische Fernsehen am Freitag unter Berufung auf die ägyptische Polizei. Bei einem dritten Attentat in Nuweiba seien mehr als 40 Menschen verletzt worden, berichtete das israelische Armeeradio.

Die Regierung in Jerusalem rief ihre Bürger zur sofortigen Abreise auf. Busse und Hubschrauber sollten Touristen und Verletzten eine umgehende Rückreise ermöglichen, berichteten israelische Medien. Wegen eines Feiertags hielten sich rund 30.000 Israelis an der ägyptischen Küste des Roten Meeres auf. Der israelische Geheimdienst hatte die Bürger des Landes vor einigen Wochen bereits vor Anschlägen gewarnt.

Afghanistan: Explosion in Kabuls Diplomatenviertel

Einen Tag vor der ersten freien Präsidentenwahl Afghanistans ist am frühen Freitagmorgen eine Rakete neben der deutschen Botschaft in Kabul eingeschlagen und explodiert. Nach Angaben der Internationalen Schutztruppe ISAF wurde niemand verletzt. Die Rakete traf das Gelände, wo sich Medienvertreter für die Wahl am Samstag (9.10.) akkreditieren können.

In unmittelbarer Nähe des Einschlagorts liegt auch das Hauptquartier der US-Streitkräfte in Afghanistan. Im Umkreis von wenigen 100 Metern befinden sich der Präsidentenpalast, die Mission der Vereinten Nationen in Afghanistan und die deutsche Amani-Oberschule, die während der Wahl als Medienzentrum dient.

Die Rakete schlug nach Angaben von Augenzeugen rund 50 bis 100 Meter neben dem Gelände der deutschen Botschaft ein. Westliche Sicherheitskräfte vor Ort sprachen von einem "großen Loch im Boden". Ein afghanischer Polizist sagte, es habe sich um eine 107-Millimeter-Rakete gehandelt. Die Explosion war in weiten Teilen der Stadt zu hören. Ein ISAF-Sprecher sagte, auch eine zweite Rakete sei in der Gegend eingeschlagen, aber nicht explodiert. Die Taliban haben zur Wahl mehr Anschläge angekündigt. (arn)

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