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Politik

Anschläge in Afghanistan vor der Wahl

Zwei Tage vor der Präsidentenwahl in Afghanistan erschüttern blutige Anschläge die Hauptstadt Kabul. Unter den Opfern befinden sich auch NATO-Soldaten.

Britische ISAF-Soldaten neben den zerstörten Autos (Foto: AP)

Britische ISAF-Soldaten neben den zerstörten Autos

Bei einem Selbstmordattentat auf einen Militärkonvoi im Osten Kabuls wurden nach Angaben des Gesundheitsministeriums am Dienstag (18.08.2009) zehn Menschen getötet und rund 55 weitere verletzt. Die Explosion ereignete sich auf einer belebten Straße in der Nähe eines Konvois der Internationalen Schutztruppe (ISAF) und anderer ziviler Fahrzeuge. Nach Angaben der NATO-Truppe ISAF war ein ausländischer Soldat unter den Opfern. Nach UN-Angaben wurden auch zwei afghanische Mitarbeiter der Vereinten Nationen getötet.

Taliban bekennen sich zum Anschlag

Die radikal-islamischen Taliban bekannten sich zu dem Anschlag. Der Anschlag habe den US-Streitkräften gegolten, sagte ein Sprecher der Taliban. Er behauptete, dass mehr als zehn US-Soldaten bei dem Anschlag ums Leben gekommen und vier ihrer Panzer zerstört worden seien.

Granaten auf Präsidentenpalast

Soldaten vor den zerstörten Autos nach dem Selbstmordattentat im Osten Kabuls (Foto: AP)

Nach dem Selbstmordattentat im Osten Kabuls

Einige Stunden zuvor waren mindestens zwei Mörsergranaten auf dem Gelände des Präsidentenpalastes eingeschlagen. Der stellvertretende Präsidenten-Sprecher Hamid Elmi, teilte mit, weder der Staatschef noch Mitarbeiter seien verletzt worden. Die Geschosse seien wohl "irgendwo auf dem Gelände" gelandet, Schäden seien bislang nicht zu erkennen.

In der südafghanischen Provinz Uruzgan griff ein weiterer Selbstmordattentäter einen Militärposten an. Nach Polizeiangaben wurden dabei drei einheimische Soldaten und zwei Zivilisten getötet.

Am Samstag hatte ein Selbstmordattentäter vor dem Hauptquartier der ISAF-Schutztruppe in Kabul sieben Zivilpersonen mit in den Tod gerissen. Zu dem Anschlag hatten sich die radikal-islamischen Taliban bekannt. Die Aufständischen haben zum Wahlboykott aufgerufen und mit neuen Anschlägen gedroht.

Massive Sicherheitsmaßnahmen

Die Sicherheitsvorkehrungen wurden vor den Wahlen daher massiv verstärkt. Etwa 200.000 afghanische Sicherheitskräfte sind zum Schutz der rund 7000 Wahllokale im Einsatz. Die 100.000 internationalen Soldaten im Land sollen am Wahltag eher im Hintergrund bleiben, um den Eindruck einer Beeinflussung der Abstimmung zu vermeiden. Die Internationale Schutztruppe ISAF teilte in Kabul mit, am Wahltag würden lediglich Militäraktionen durchgeführt, die zum Schutz der Bevölkerung nötig seien.

Amtsinhaber Karsai gilt als Favorit

Präsidentschaftskandidat Abdullah Abdullah (Foto: DW)

Präsidentschaftskandidat Abdullah Abdullah

Bei der Wahl sind 17 Millionen Afghanen aufgerufen, zum zweiten Mal seit der Vertreibung der Taliban von der Macht vor acht Jahren, in demokratischer Wahl einen Präsidenten zu bestimmen. Zudem werden die Räte der 34 afghanischen Provinzen neu gewählt. Präsident Hamid Karsai geht als Favorit ins Rennen. Es gilt allerdings als unsicher, ob er bereits im ersten Wahlgang die für einen Sieg notwendigen 50 Prozent der Stimmen erhält. Dem früheren Außenminister Abdullah Abdullah werden Chancen eingeräumt, Karsai in die Stichwahl zu zwingen.

Nach Angaben von Karsais Wahlkampfbüro haben kurz vor Ende des Wahlkampfes mindestens acht Kandidaten ihre Bewerbung zugunsten des amtierenden Präsidenten zurückgezogen. Afghanische Medien meldeten zudem, zwei ausgeschiedene Kandidaten riefen dazu auf, Abdullah zu wählen. Ursprünglich hatten sich 41 Kandidaten für die Abstimmung registrieren lassen – unter ihnen zwei Frauen. Die Bekanntgabe des offiziellen Wahlergebnisses ist für den 17. September vorgesehen. (wl/ssr/gri/dpa/ap/rtr/afp)

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