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Aktuell Nahost

Anschläge beim Fastenbrechen

Die Gewaltwelle im Irak macht auch vor dem Ramadan nicht halt: Just zum Fastenbrechen, als Straßen und Plätze übervoll waren, ließen bislang unbekannte Täter in der Provinz Bagdad zahllose Sprengsätze hochgehen.

Bei den Anschlägen sind in der Provinz Bagdad am Samstagabend nach amtlichen Angaben mindestens 65 Menschen getötet und fast 200 verletzt worden. Allein in der Hauptstadt starben bei mehreren Autobombenanschlägen in vor allem von Schiiten bewohnten Vierteln mindestens 30 Menschen.

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Anschlagserie im Irak mit vielen Toten

Betroffen waren vor allem belebte Plätze und Straßen, wohin die Menschen zum Fastenbrechen während des Ramadan strömten. In Madain südlich von Bagdad ging ebenfalls ein Sprengsatz hoch. Bombenanschläge gab es auch in der nördlichen Stadt Mossul.

Zu den offenbar koordinierten Aktionen bekannte sich bislang niemand. Seit Anfang Juli starben nach Erhebungen von Menschenrechtlern schon mehr als 500 Menschen bei Anschlägen im Irak. Das Land wird seit Monaten von einer Welle extremer Gewalt vor allem zwischen Schiiten und Sunniten überzogen. Fast täglich kommt es zu Anschlägen, oft auf Moscheen.

Auch Syrien-Konflikt verschärft Spannungen im Irak

Experten machen die Unzufriedenheit der sunnitischen Minderheit gegenüber der mehrheitlich schiitischen Regierung von Ministerpräsident Nuri al-Maliki für den Anstieg der Gewaltakte in diesem Jahr verantwortlich.

Damit wächst die Sorge vor einer Rückkehr zu den Zuständen der Jahre 2006 und 2007, als sich militante Angehörige der beiden islamischen Glaubensrichtungen ohne Rücksicht auf die Zivilbevölkerung bekämpften.

Verstärkt werden die Spannungen aber auch durch den Bürgerkrieg im benachbarten Syrien. Dort kämpfen Schiiten und Sunniten aus dem Irak mitunter auf verschiedenen Seiten.

sti/ml (afp rtr)

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