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Politik

Anschläge überschatten Unabhängigkeitsfeiern

Bei drei Selbstmordanschlägen in ebenso vielen Tagen sterben in Sri Lanka dutzende Menschen. Die Regierung macht tamilische Rebellen verantwortlich und kündigt eine Offensive gegen die "Terroristen" an.

Zerstörte Windschutzscheibe in einem Bus (Quelle: AP)

Die Regierung macht die Rebellen für die Bomben verantwortlich (Archivbild)

Ein Bombenanschlag mit zwölf Todesopfern hat in Sri Lanka am Montag die Feierlichkeiten zum 60. Jahrestag der Unabhängigkeit von Großbritannien überschattet. 17 Zivilisten seien bei der Explosion eines Sprengsatzes am Straßenrand 280 Kilometer nördlich der Hauptstadt Colombo verletzt worden, sagte Militärsprecher Udaya Nanayakkara. Das Verteidigungsministerium machte die Tamilen-Rebellen der Befreiungstiger von Tamil Eelam (LTTE) für die Tat verantwortlich. Die Opfer gehörten der singhalesischen Bevölkerungsmehrheit an.

Strenge Sicherheitsmaßnahmen

Soldaten auf einer Straße, in Hintergrund ein weißes Auto (Quelle: AP)

Soldaten patrouillieren die Straßen der Hauptstadt

In der Hauptstadt Colombo wurden am Morgen zahlreiche Straßen gesperrt. Einer der größten Mobilfunkbetreiber schaltete für mehrere Stunden den SMS-Dienst ab, während Regierungsvertreter an einer im Fernsehen übertragenen Feier teilnahmen. Trotz der sorgfältigen Vorkehrungen zündeten mutmaßliche Rebellen südlich von Colombo einen Sprengsatz, verletzt wurde nach Militärangaben niemand.

Am Samstag waren in der Stadt Dambulla rund 150 Kilometer nördlich von Colombo bei einem Anschlag auf einen Bus 20 Zivilisten getötet worden. Die Zahl der Toten bei dem Selbstmordanschlag auf den Hauptbahnhof in Colombo erhöhte sich am Montag auf 15. Zwei Studenten starben an ihren Verletzungen. Mehr als 100 Menschen waren verletzt worden, als sich eine Selbstmordattentäterin am Sonntag im Bahnhof Colombo-Fort in die Luft sprengte.

Regierung: Rebellen vor "beispielloser Niederlage"

Mann in hellem Hemd mit roter Schärpe, im Hintergrund ein anderer Mann in dunklem Anzug (Quelle: AP)

Sri Lankas Präsident Rajapakse (r.) gibt sich unversöhnlich

Nach den jüngsten Anschlägen kündigte die Regierung erneut einen militärischen Sieg über die LTTE an. Präsident Mahinda Rajapakse sagte in seiner Ansprache zum 60. Unabhängigkeitstag Sri Lankas am Montag in Colombo, die "Terroristen" stünden vor einer beispiellosen Niederlage in dem seit drei Jahrzehnten andauernden Konflikt.

In Sri Lanka kämpfen seit 1983 Rebellen der Befreiungstiger von Tamil Eelam (LTTE) für einen eigenen Staat im Nordosten der Insel. Die Tamilen werfen der Mehrheitsbevölkerung der Singhalesen jahrzehntelange Diskriminierung vor. Der Bürgerkrieg hat bereits mehr als 70.000 Menschen das Leben gekostet. (rri)

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