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Kultur

Anonymous erklärt dem "Islamischen Staat" den virtuellen Krieg

Anonymous-Aktivisten und andere Hacker wollen nach den Anschlägen von Paris im Internet gegen den "Islamischen Staat" vorgehen. Nach eigenen Angaben haben sie schon mehr als 5500 IS-Konten bei Twitter aufgedeckt.

Sie attackieren Websites, knacken Server und brandmarken IS-Accounts bei Twitter. In einem #link:https://www.youtube.com/watch?v=ybz59LbbACQ:Video# hat das Hacker-Netzwerk Anonymous dem "Islamischen Staat" am Samstag den Krieg erklärt. Die Attentate dürften nicht ungestraft bleiben, erklärt eine Person mit schwarzem Kapuzenpulli und Guy-Fawkes-Maske auf Französisch. "Die Mitglieder von Anonymous aus aller Welt werden euch aufspüren. Euch Gesindel, die ihr all die Unschuldigen getötet habt", heißt es mit verzerrter Computerstimme. Anonymous kündigt mit dieser Botschaft den "größten Einsatz" gegen den IS aller Zeiten an.

Auf dem eigens dafür eingerichteten Twitter-Account #OpParis (@opparisoffical) berichtete Anonymous, bereits mehr als 5500 Konten mutmaßlicher IS-Kämpfer und Sympathisanten bei Twitter aufgedeckt zu haben.

Ein US-Netzaktivist verschickt über mehrere Twitter-Konten wie #link:https://twitter.com/CtrlSec:@CtrlSec# Listen mit Account-Namen mutmaßlicher Dschihadisten. Er fordert damit andere Nutzer auf, diese Konten zu melden, damit der Kurznachrichtendienst sie schneller überprüfen und sperren kann.

Viele dieser Accounts existieren allerdings gar nicht mehr. IS-Anhänger versuchen gezielt Sperrungen zu umgehen, indem sie sehr häufig ihren Namen ändern. Dabei bleiben ihnen sowohl Follower als auch Tweets erhalten. Die Suche nach ihrem vorherigen Nutzernamen mit der typischen URL twitter.com/accountname führt zu einer Fehlermeldung.

Das Anonymous-Kollektiv bedient sich zwar eines kriegerischen Vokabulars, den Kampf mit Waffen und Bomben kritisieren sie aber.

Positives Feedback aus der Netzgemeinde

Auf Twitter überschütten die Nutzer das Anonymous-Kollektiv hauptsächlich mit Lob für die Kampfansage. Unter dem Hashtag #OpParis rufen viele Nutzer dazu auf, den "Islamischen Staat" zu bekämpfen.

#OpISIS gibt es seit "JeSuisCharlie"

Anonymous ist ein loses Netzwerk von Internet-Aktivisten. Das Kollektiv hat sich in den vergangenen 12 Jahren zu mehreren Cyberattacken auf Regierungs- und Unternehmens-Webseiten bekannt. Dass Hacker - mit ihren Mitteln - Dschihadisten die Stirn bieten wollen, ist nichts Neues. Bereits nach den Attentaten auf die Satirezeitschrift "Charlie Hebdo" im Januar 2015 sagten Netzaktivisten unter dem Schlagwort "Operation ISIS" (#OpISIS) dem "Islamischen Staat" den Kampf an. Der Kurznachrichtendienst ist für die selbsternannten Gotteskämpfer des IS eine wichtige Propaganda- und Kommunikationsplattform. Eine Studie der #link:http://www.brookings.edu/~/media/research/files/papers/2015/03/isis-twitter-census-berger-morgan/isis_twitter_census_berger_morgan.pdf:Brookings Institution# besagt, dass schon Ende 2014 Zehntausende IS-nahe Twitter-Konten existierten.

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