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Studium

Anne Ndung'u aus Kenia

Die Kenianerin schließt demnächst den Masterstudiengang International Media Studies ab. Ihr Wunsch ist es, in Kenia als Dozentin zu arbeiten und dort die Ausbildung von Journalisten zu verbessern.



Ende August wird wieder ein IMS-Jahrgang verabschiedet. Mit welchen Gefühlen beenden Sie den Masterstudiengang?

Ich bin einerseits sehr traurig, dass diese Zeit zu Ende geht. Wir waren eine besonders enge und vertraute Gruppe, und ich habe in den zwei Jahren, die ich in Deutschland verbracht habe, sehr viele neue Freunde gewonnen. Aber andererseits freue ich mich auch, nach Kenia zurückzukehren, meine Familie wiederzusehen und dort arbeiten zu können.

Sie bewerben sich derzeit um eine Stelle in Kenia. In welchem Bereich möchten Sie tätig werden?
Ich bewerbe mich bei nicht-staatlichen Organisationen. Ich möchte Kommunikations- und Medienstrategien für Organisationen entwickeln und umsetzen. Vor meinem Masterstudiengang war ich zweieinhalb Jahre TV-Redakteurin für ein wöchentliches Nachrichtenformat in Nairobi. Nun möchte ich mit neuen Medienformaten arbeiten und das Potential neuer technischer Entwicklungen aufzeigen.

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Erfolgreich abgeschlossen: Zweiter Jahrgang des Masterstudienganges International Media Studies, DW Akademie

Welche neuen Entwicklungen spielen in den kenianischen Medien eine besondere Rolle?
Im Vordergrund stehen die Entwicklungen auf dem Mobilfunkmarkt und im Bereich Mobile Content, also Apps für Handys. Weil die meisten Menschen in Kenia eher über ihre Handys ins Internet gehen, wollen Werbefirmen diesen Markt für sich erschließen. Es gibt schon viele sinnvolle Apps, etwa Tauschbörsen für den landwirtschaftlichen Bereich oder Apps mit Tipps für die Gesundheit. Eine App für Überweisungen per Handy ist schon länger erfolgreich. Eine weitere rasante Entwicklung ist die Durchdringung von Social Media. Gerade für Organisationen ist die richtige Nutzung Sozialer Medien unerlässlich.

Welche Qualifikationen aus dem Studiengang werden Sie vor allem in Ihrem neuen Betätigungsfeld einbringen können?
Im Studiengang habe ich vor allem gelernt, die Hintergründe und Zusammenhänge im Medienbereich zu verstehen. Als ich anfing, journalistisch zu arbeiten, fehlte mir die theoretische Basis. Die konnte ich mir im Studiengang nach und nach aneignen. Mit diesem Wissen möchte ich in Zukunft Kommunikationsstrategien entwickeln und verbessern können. Ich habe mich bereits in meiner Masterarbeit mit Strategien zur Verbreitung von Medieninhalten befasst.

Wie schätzen Sie die Lage für Journalisten in Kenia ein?
Die Lage der Medien ist generell gut. Im Vergleich zu anderen afrikanischen Ländern sind die Medien sehr frei. Das hat sich gerade in den vergangenen Jahren positiv verändert. Allerdings mangelt es in Kenia vor allem an einer guten journalistischen Ausbildung. Noch fehlt es an ausgebildeten Lehrkräften, die das nötige Wissen vermitteln können und an Ressourcen.

Was erhoffen Sie sich persönlich von der Zukunft?
Mein Wunsch ist es, erstmal ein paar Jahre in Kenia zu arbeiten, Praxiserfahrungen zu sammeln und mein Wissen aus dem IMS-Studiengang umzusetzen. Dann möchte ich promovieren und später als Dozentin für Kommunikationswissenschaften arbeiten. Zwar könnte ich mir vorstellen, auch nach Deutschland zurück zu kehren, doch Kenia ist meine erste Wahl, weil dort Fachkräfte im Medienbereich gebraucht werden.


Das Interview führte Charlotte Hauswedell.

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