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Politik

Annan: Wettlauf mit der Zeit in Darfur

Wie entschlossen ist die Staatengemeinschaft, um Konflikte in Afrika zu lösen? Das westsudanesische Darfur soll dafür ein Test sein. Annan fürchtet, dass hier eine gigantische humanitäre Hilfsaktion nötig wird.

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Beim Holz sammeln - geflohene Frauen aus Darfur

Die Teilnehmer einer internationalen Geberkonferenz haben rund 200 Millionen US-Dollar für die Finanzierung der Friedensmission in der westsudanesischen Provinz Darfur zugesagt. Die Afrikanische Union (AU) will ihre Friedenstruppe von derzeit 2270 auf 12.000 Soldaten im kommenden Jahr aufstocken.

Am Rand der Möglichkeiten

UN-Generalsekretär Kofi Annan sprach hinsichtlich der Bemühungen um eine Lösung des Darfur-Konflikts von einem Wettlauf mit der Zeit. Die Friedensgespräche sollen nach Angaben der AU am 10. Juni in Nigeria fortgesetzt werden. "Wenn Gewalt und Furcht die Menschen in Darfur davon abhalten, die Felder zu bestellen, dann werden Millionen auf Hilfe angewiesen sein", sagte Annan am Donnerstag (26.5.) auf der Konferenz in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba. "Dann kommt eine humanitäre Hilfsaktion von gigantischen Ausmaßen auf uns zu." Eine solche Nothilfe würde "die Weltgemeinschaft an den Rand ihrer Möglichkeiten bringen", so Annan weiter.

Das Treffen will die finanzielle und logistische Unterstützung der Friedensmission der Afrikanischen Union sicherstellen. Deren Soldaten sollen eine weitere Verfolgung der Bevölkerung durch Milizen verhindern. Von Addis Abeba will Annan nach Darfur im Westen Sudans reisen, um sich selbst ein Bild von der Situation zu machen.

Führung in den Händen der AU

NATO-Generalsekretär Jaap de Hoop Scheffer erklärte am Donnerstag, das Bündnis sei bereit, die Soldaten der Afrikanischen Union zu unterstützen. "Wenn sie um Hilfe bitten und wir helfen können, dann werden wir helfen", sagte De Hoop Scheffer. Die Führung der Mission müsse aber in Händen der AU bleiben.

Die AU hat erklärt, sie benötige zur Finanzierung der Friedensmission weitere 723 Millionen Dollar - zunächst versprachen die in Addis Abeba vertretenen Geberländer aber lediglich 200 Millionen. Die größte Zusage kam mit 134 Millionen Dollar von Kanada. Die USA stellten 50 Millionen Dollar in Aussicht. Großbritannien versprach zwölf Millionen, Deutschland eine Million Dollar.

Folgen für die Nachbarländer

AU-Kommissionspräsident Alpha Oumar Konare bezeichnete die Mission in Darfur als entscheidenden Test für die Entschlossenheit, Konflikte in Afrika zu lösen. Ein Scheitern im Sudan hätte Folgen für die neun Nachbarländer und damit für den gesamten Kontinent, sagte er.

In Darfur geht die sudanesische Regierung mit Hilfe verbündeter Milizen gegen die Zivilbevölkerung vor. Nach Schätzungen von Hilfsorganisationen kamen in Folge des Konflikts bislang etwa 300.000 Menschen ums Leben, andere Zahlen liegen bei 180.000 Toten. Zwei Millionen Menschen wurden vertrieben. (kap)

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